Beiträge mit dem Schlagwort: Tiere

Heute im Wald :-)

Hundebesitzer unter sich: Frau Joschi trifft auf Herr Windhund (Hundebesitzer im Wald kennen sich nur bei den Hundenamen)

„Hallo!“

„Hallo!“

„Meine beiden haben den totalen Durchfall.“

„Och nee, is ja übel.“

„Ja, sehr übel. Die kacken alles voll. Rauf und runter. Überall.“

„Och ne, die armen Hundis. Was Falsches gegessen?“

„Habe den Hundesitter im Verdacht. Habe leere Tiefkühlpizzaschachtel im Müll gefunden.“

„Sauerei.“

„Ja.“

„Was ist denn mit Ihrem los? Der schnüffelt wie irre an meinen herum!“

„Der ist notgeil.“

„Ach was.“

„Ja, ist notgeil. Hat letzte Woche nämlich gepoppt. Wird Papa jetzt.“

„Ach wirklich, gepoppt?“

„Ja, gepoppt.“

„Na, das ist aber schön, dann geht es ihm jetzt sicher wieder besser.“

*betretenes Schweigen* *wissendes Kopfnicken*

„Gut, dann geh ich mal, Gewitter kommt. Tschüss!“

„Tschüss!“

Fragt mich jetzt bloß nicht, wie der Typ heißt.

Advertisements
Kategorien: Tierabenteuer | Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , | 22 Kommentare

Kleine Hundewurst

Hier ist sie, die kleine Hundewurst 🙂 Namens Chikita, genannt Chiki, Chika, Chikili, Chikitinchen. Vater Mops, Mutter Chihuahua. Ich finde, man sieht beides. Ein richtiger Sonnenschein, immer gut gelaunt, im Herzen eine große Entdeckerin, völlig angstfrei, sehr mutig und vertrauensvoll und unglaublich lieb. Sie ist aus Spanien, aus der Tötungsstation und über den Tierschutz vermittelt. Seit 4 Wochen ist sie jetzt in unserer Familie und nun 5 Monate alt. Sie ist bereits eng mit Kayra, unserer kleinen Türkin, befreundet, die beiden lieben sich heiß und innig. Joschi, der alte Scherge, ist not very amused, aber gnädig. Ab und an darf sie ihm die Schnauze lecken. Kurz. 🙂

 

chiki5

 

 

Chiki und Kayra, very much in love.

Chiki1

 

Chiki 2

 

Chiki8

 

 

Joschi (beleidigt)

Chiki4

 

 

Chiki, die Spülhilfe

Chiki

Kategorien: Tierabenteuer | Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | 20 Kommentare

Dick, doof, hässlich war gestern :-)

Bin heute nicht mehr hässlich und doof, nur noch bisschen dick. Weiß auch nicht, was mit mir gestern los war. Ich vermute, irgendsoein Hormondingsbums. Jedenfalls habe ich heute ein gesundes, leckeres Frühstück zu mir genommen und bin mit meinen Hundis in den Reitstall gefahren – im Regen. Würg. Regen war auch den ganzen Tag lang gemeldet. Würg. Als ich im Stall ankam, brach aber überraschenderweise die Wolkendecke auf und offenbarte eine zunächst etwas schüchterne Herbstsonne, die mit der Zeit immer mehr an Selbstvertrauen gewann. Ich stellte mein Pferdemädel auf den Winterpaddock in die Sonne und mistete gut gelaunt zuerst ihre und dann die Nachbarbox aus, da mein Boxnachbar mehr oder weniger eingegipst kam. Der hatte gestern nen echten Scheißtag. Dagegen war mein „dick, doof, hässlich“ nur rosa Ponyhof.

Meine Hundis genossen den Stallvormittag in vollen Zügen: Joschi jagte in allen offenstehenden Boxen Mäuse. Wie immer erfolglos. Er hat aber, was das anbelangt, eine extrem hohe Frustrationsgrenze. Der Weg ist das Ziel 😉 Kayra bespielte zuerst Mailo, dann Bine und anschließend Erna. Und zwar abwechselnd im Misthaufen, im Schlamm und dann im Stroh. Joschi ging ab und an dazwischen und rief das Jungvolk zur Ordnung, woraufhin die drei Jungspunte wie die Orgelpfeifen im Stroh saßen und warteten, bis Caligula wieder zum Mäusejagen verschwand. Den Vogel hat heute aber eindeutig unser Hofhund abgeschossen. Er, ein großer, schwarzer Rüde, der ein wenig wie ein Höllenhund aussieht, ist immer für Überraschungen gut. Versteckt sich gerne mal im Traktor, lässt sich mit seinen 50 Kilo im Schubkarren umherfahren, was man halt so macht. Heute tauchte er plötzlich auf, scheinbar aus dem Nichts und sah aus wie eine übriggebliebene Gestalt aus der Halloweennacht. Wir rekapitulierten, dass er folgende Stationen durchlaufen haben musste: Schlamm, Wasser, Misthaufen, Strohhaufen, Reithalle (Sand). Die Reihenfolge ließ sich nicht mehr feststellen 😛

Nach einer schönen Mittagsrast waren wir, mein lieber Gatte und ich, noch 1 Stunde Nordic Walken, noch immer in der Sonne, ein runder Sonntag, würde ich sagen. Ich hoffe, euer Sonntag war auch schön und ihr startet erholt und heiter in die neue Woche.

Kategorien: Alltagsabenteuer | Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | 7 Kommentare

Dreier-Bande :-)

Und hier ein Foto von unserer Dreierbande: Joschi, Kayra + Luna, unser Ferienhund.

 

3Hunde

Kategorien: Tierabenteuer | Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , | 6 Kommentare

Gasthund und beleidigte Stammhunde

Wir haben seit gestern Abend für 1 Woche einen Gasthund. Luna, eine stattliche Golden-Retriever-Hündin. Kayra, unsere 1 1/2-jährige, türkische Mitbringselhündin (ARME, herrenlose Strand-Straßen-Mausiputzi-Hündin) offenbart völlig neue Seiten. Ihre Aas-Seite: Alles hier ist meins. Mein Teppich, meine Lampe, meine Küche, mein ALLES. Joschi, unser wuscheliger, schwarzer Tibet Terrier, mittlerweile ein älterer Haudegen, ist einfach nur beleidigt. Luna ist ständig gut gelaunt, läuft schwanzwedelnd durchs Haus und will Liebe. Kayra bewacht sie auf Schritt und Tritt und flüstert ihr ins Ohr: „Alles meins!“ Joschi kotzt das an.

Gestern hat Kayra demonstrativ in Luna´s Sichtweite auf den Teppich gepinkelt, im Garten ein Riesenloch gebuddelt und ihr Fressen binnen weniger Sekunden verschlungen. Luna ist aus dem Garten ausgebrochen und hat 2 Jungs den Fußball geklaut. Außerdem ist sie mit ihren 40 Kilo bereits mehrfach auf meinen gebrochenen Zeh gestiegen. Joschi ist beleidigt.

Hier ist es gerade sehr lustig. Aber es wird. Eigentlich sind Kayra und Luna gute Freundinnen. Kayra muss allerdings noch etwas an ihrer Gastfreundschaft arbeiten. Draußen spielen Kayra und Luna, wetteifern im Hören und mobben im Duo andere Hunde, Eichhörnchen und Fahrradfahrer. Joschi trottet beleidigt hinterher und knurrt alles an.

Jetzt liegen sie hier alle zu meinen Füßen und schmachten mich an. Die süßen Spacken 🙂

Kategorien: Tierabenteuer | Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | 10 Kommentare

Wanderritt durch die Puszta: Gastfreundschaft und fiese Busfahrer

Auch in Ungarn ist es so, dass die Menschen auf dem Land irgendwie gastfreundlicher sind als in der Großstadt. In der Puszta sind die Menschen sehr herzlich (bis auf die Nationalpark-Trappe-Schutztruppe ;-)). Sie winken einem beim Vorbeireiten zu, freuen sich, und die Autofahrer hupen beim Vorbeifahren spontan und laut. Letzteres war mit wiederholtem Fast-vom-Pferd-fallen verbunden 😉 In unserem Dorfgasthof waren sie besonders nett. Wir wurden essensmäßig so verwöhnt, dass sogar die elastische Reithose eng wurde. An einem Abend hatte der Rotwein Kork. Als wir Arpad baten, dies dem Wirt zu sagen, gab es eine große Sache deswegen. Zuerst der Wirt und dann der Rest der Küchenbesatzung kamen einer nach dem andern dazu, probierten den Wein, redeten gefühlte Stunden darüber, gestikulierten und schleppten schließlich mehrere Weinflaschen zur Probe an. Ein Mordsspektakel. Generell fiel mir in Ungarn auf, dass Ungarn sehr redselig sind. Sehr sehr redselig. Jedes kleine Ding wird wortreich und ausgiebig durchdiskutiert. Wenn man nichts versteht, steht man fassungslos daneben und fragt sich, was es da so viel zu reden gibt. Fragten wir Arpad, erhielten wir erstaunliche Antworten: „Der Mann wollte wissen, wie viel Uhr es ist.“ 

Kein Wunder, dass die Menschen auf dem Land so freundlich sind, es ist ja auch so schön dort 🙂

 

P1010595

 

 

In der Großstand Budapest hingegen sind die Menschen auffallend unfreundlich. Warum auch immer. Jedenfalls wurde ich in einem dieser Hop on Hop off Busse das erste mal im Leben von einem Busfahrer als Idiot beschimpft. Ich saß im Oberdeck des Busses und stützte meine Füße vor mir auf der Ablage ab. Nur so ein bisschen. Plötzlich kam der Busfahrer hochgeschossen, mit einer riesigen Sprühflasche bewaffnet und beschimpfte mich völlig unvorbereitet und sehr laut: „Du Füße Scheibe! Warum du Füße Scheibe? Steht hier Füße Scheibe? Steht hier nix Füße Scheibe!“ Dann folgte eine ungarische Schimpfkanonade und, begleitet von einem mörderischen Blick, das Wort „Idiot!“ Ich war echt fassungslos. Zum Einen hatte ich meine Füße nix an Scheibe gehabt und zum Andern, weil ich in einem öffentlichen Verkehrsmittel noch nie als Idiot beschimpft wurde. Spontan wollte ich ihn hauen, mich mit ihm zeternd durch den Bus rollen, da mich meine Mädels aber am Ärmel festhielten und meinten, sie hätten null Bock aus dem Bus zu fliegen, begnügte ich mich mit einem ebenso verächtlichen: „Du total komplett blöder Idiot. Scheiße Eier von Trappe!“ Aber wie gesagt, auf dem Land sind sie nett, die Ungarn.

Tja, ansonsten bleibt mir nur noch zu sagen, dass ich eine traumhaft schöne Woche hatte, einmal mehr froh war, eine Reiterin zu sein und die Puszta auf dem Pferderücken erkunden zu dürfen und einmal mehr feststellte: Mädels unter sich haben ganz schön viel Spaß 😉

 

P1010800

 

 

Ungarn Reiten 2

 

 

Ungarn Reiten1

 

 

P1010797

 

 

P1010702

 

 

Ungarn-Silberwald

 

 

Bye-bye Ungarn, bis zum nächsten Mal! Mein Reisebericht ist hier zu Ende. Wenn es euch gefallen hat, dürft ihr euch schon auf meinen nächsten Reisebericht freuen, denn Mitte November geht es für 3 Wochen nach Chile 🙂

Kategorien: Uncategorized | Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | 15 Kommentare

Wanderritt durch Ungarn: Ungarische Post

Fas hätte ich es vergessen: eins der vielen Highlights meiner Ungarnwoche! Ich hatte Glück, auf einem der Übernachtungs-Reithöfe eine Darbietung der Reitkünste der ungarischen Csikos erleben zu dürfen. Just in time kamen wir auf dem Hof an, als die Vorstellung los ging. Der absolute Wahnsinn! Weil ich gerade eine faule Feiertags-Katerwolf bin, bediene ich mich hier einer kleinen aber feinen Beschreibung aus Wikipedia:

Als Csikós (kroat. und serb. čikoš), vereinzelt auch Tschikosch, bezeichnet man einen ungarischen Pferdehirten. Pferdehirten waren einst im gesamtenungarischen Königreich unterwegs. Die ungarische Puszta gilt als Heimat der Pferdehirten. Sie sind bekannt für ihre Dressurleistungen und Reitkünste. Heute noch kann man bei Hortobágy oder Tahitótfalu Vorstellungen der Reitkünste besuchen.

Ein Beispiel für die artistischen Leistungen der Pferdehirten ist die Formation ungarische Post, bei welcher der Csikós auf dem Rücken zweier Pferde steht, während er drei weitere Pferde als Gespann vor sich traben lässt.

Der Csikós ist nach dem Rinderhirten (ung. gulyás) der angesehenste unter den ungarischen Hirten.

Diese Pferdehirten sind übrigens schnatze Bürschchen. Hier ein paar Fotos, die für sich sprechen:

 

P1010628

 

 

P1010629

 

 

P1010655

 

 

P1010662

 

 

Abends ging in der Pension die ungarische Post übrigens weiter 😉 Nicht, dass ihr denkt, die Katerwolf ist jetzt ein Alki, aber in der Puszta kein Alkohol trinken, det jeht nich, wa? Jedenfalls fühlte ich mich zu den Klängen einer typisch ungarischen combo zu einer spontanen tänzerischen Tanzeinlage verleitet, die mir viel Beifall brachte. Die Musiker waren sehr von mir begeistert. Als Dank kamen sie zu unserem Tisch und befiedelten uns ziemlich lange direkt ins Ohr, was mir den Unmut meiner kleinen Reisetruppe einbrachte *grins*

 

 

Ungarn-Pusztatanz

 

 

Kategorien: Uncategorized | Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | 10 Kommentare

Wanderritt durch die Puszta: Pumis, Pulis, Kommondore

Wo ich bin, sind Hunde.  Natürlich auch, wenn ich einen Wanderritt durch Ungarn mache. In Ungarn gibt es tolle Hunde.  Wenn man an Bauernhöfen und durch kleine Dörfer reitet, wird man von Hunden begrüßt, verjagt, beschmust und beobachtet. In Ungarn gibt es tonnenweise Pumis, Pulis und Puli-Pumi-Mix und alle möglichen Mischlinge. Auf dem Land am Verbreitetsten sind die Pumi, Puli und Pumi-Pulis 🙄 Ich liebe seitdem Pumis. Für immer. Das sind unglaublich drollige Hunde. Sehen fast genauso aus wie mein Joschi (Pumi und Tibet Terrier sind genetisch verwandt), sind aber hochbeiniger und das Fell ist etwas verknoddelter. Die Pulis haben regelrechte Dreadlocks und sehen aus wie Mini-Bob Marleys. Ich denke mal, einen Pumi oder Puli zu bürsten gleicht einer Folter. Für beide Seiten. Jedenfalls steht für mich fest, dass ich irgendwann einmal unbedingt einen Pumi haben möchte. Sie sind sehr lustig und liebenswert. Hier ein Pumi-Exemplar:

P1010587

Hundemäßig ging für mich in Ungarn einer meiner Träume in Erfüllung. Einen Komondor zu sehen und anfassen zu dürfen. Auf einem der Reiterhöfe, auf dem wir einkehrten, lebt einer. Der Komondor ist ein Hund, dessen Beschreibung allein respekteinflößend ist. Den Komondor ließ man früher und auch heute noch, wenn auch seltener, zum Schutz gegen Wölfe und Bären bei der Herde. Man sagt ihm nach, dass er hochintelligent ist, seine Entscheidungen selber fällt und unbestechlich ist. Auf die Frage, ob er erzogen ist und in der Hundeschule war, lachte die ganze Familie: „Hundeschule? Komondor in Hundeschule? Das geht nicht. Überlebt weder Hundetrainer, noch andere Hunde!“ Das hört sich jetzt so an, als sei er eine Bestie. Ist er nicht. Er passt halt auf. Und er mag keine Fremden in seinem Revier, wenn sein Herrchen weg ist. Er übernimmt die Verantwortung für Haus, Hof und Vieh dann in aller Konsequenz. Man sagt auch, der Komondor greift lautlos aus dem Nichts an. Das durfte ich selbst erleben. Als ich zur Toilette hinters Haus ging, schaute ich mich ausgiebig nach allen Seiten um, ob der Komondor in der Nähe ist. Weit und breit kein Komondor. Ich machte einen winzigen Schritt vorwärts. Komondor am rechten Knie. Wie eine Statue. Keine Ahnung, wo diese Masse an Tier so plötzlich herkam. Gruselig. Das demonstrierte er gleich mehrfach. Wenn ein Komondor ohne Herrchen in der Nähe ist, möchte man weder Wolf, Bär, noch sonst wer sein. Wir aber erlebten den Komondor im Beisein seiner Familie. Und erlebten einen Komondor, der sich von der Tochter des Hauses sowie einer Katze reiten ließ, wilde Sprünge machte und meinen Schmeicheleien erlag (Gesamtvorrat an mitgebrachten Leckerlis) und mir am Ende unzählige Hundeküsse auf die Nase gab. Ich habe einen Komondor angefasst, gestreichelt, mit ihm gespielt und wurde von ihm geküsst. Ich bin glücklich.

P1010736

P1010728

Dennoch würde ich für den Hausgebrauch einen Pumi vorziehen. Hat man einen Komondor lebt man sehr einsam. Ein Pumi hingegen ist gesellig und ein echter KumpelP1010438

P1010586

Mit einem Pumi kann mann übrigens auch wunderbar Sonnenuntergänge schauen und dabei ein Bier trinken. Wenn niemand Sonnenuntergang gucken mitkommen will, weil es zu kalt, zu heiß, zu spät, zu wasauchimmer ist, ein Pumi kommt mit. Setzt sich neben dich und schaut ernsten Gesichtes, wie die Sonne untergeht. Das hat was. Und hier einer der schönsten Sonnenuntergänge, die ich je sah. Sonnenuntergang über der Puszta.

P1010767

Kategorien: Reiseabenteuer | Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | 12 Kommentare

Wanderritt durch die Puszta: Zauber der Puszta

War einer von euch schon mal in Ungarn? Ungarisch gehört zu einer der unlernbaren Sprachen dieser Welt. Etwa so wie finnisch und tibetisch. So wundert es nicht, dass die Sprachen verwandt sind (soweit ich jedenfalls weiß). Ungarisch versteht man einfach gar nicht. Null. Nada. Nix. Sogar das Wort nein heißt igen (oder so). Ich gelte gemeinhin als sprachbegabt, lerne Sprachen schnell, aber bei ungarisch versagt mein Sprachlernzentrum komplett. Ich bin halbe Ungarin *flüster*, habe die Sprache aber leider nie gelernt. Ich habe mich wirklich bemüht, in dieser Woche etwas zu lernen, aber das einzige Wort, dass mir am Ende hängengeblieben ist, ist mocucz, was soviel bedeutet wie Eichhörnchen. Was sich übrigens als sehr wertvolles Wort erwies, wie ich beim Besuch eines Budapester Weinkellers erfuhr. Ich wollte mit meiner Freundin eine kleine Weinprobe machen, soff mich mit dem Weinkellerbesitzer mächtig fest, und da weder englisch, noch deutsch als gemeinsame Kommunikationsebene möglich war, stießen wir einfach an (sehr oft) und sagten mokucz! Übrigens hieß ich auch mocucz, kam aus mocucz, war mit mocucz verheiratet und meine Kinder und Hunde hießen auch alle mocucz. Ein sehr lustiger Abend war das 🙂

Arpad, unser Reitführer, sprach recht gut deutsch. Es machte großen Spaß, ihm zuzuhören. Er erinnerte mich in gewisser Weise an meinen Vater. Wie er teilte Arpad Menschen in 2 Kategorien ein. Kategorie 1: Freund. Kategorie 2: Total blöder Idiot (kein Freund). Steigerung: Komplett total blöder Idiot. Unvergesslich bleibt auch Arpads emotionale Darlegung, warum man in einem bestimmten Nationalpark nicht galoppieren darf. Hier eine kurze Zusammenfassung: In dem Park gibt es einen Vogel. So wie ein Truthahn. Mit bunten Federn. Genannt Trappe. Diese Trappe legt kreuz und quer, einfach überall, Eier. Und deshalb darf man dort nicht galoppieren. Oder, um es in Arpads Worten zu sagen: „Alles nur wegen Scheiße Eier von Trappe!“ Dieser Ausruf gefiel uns übrigens so gut, dass wir in prekären Situationen seitdem alle 4 sagen: „Scheiße Eier von Trappe!“  Beim Einparken die Mauer mitgenommen? „Scheiße Eier von Trappe!“  Vergessen, Klohpapier zu kaufen? Scheiße Eier von Trappe!“ Entsprechend sind alle möglichen Leute, die einem auf den Sack gehen, jetzt total blöde Idioten. Macht Spaß 🙂

Im Übrigen haben wir in den 5 Tagen nicht eine einzige Trappe gesehen und vermuten, dass es gar keine gibt und die Trappe Teil einer ungarischen Verschwörungstheorie ist. Jawoll.

Hab ich jetzt ganz das Reiten vergessen. Geritten sind wir nämlich sehr viel, durch die Puszta, fast 220 km. Ich war total begeistert, wie vielseitig und abwechslungsreich die Puszta ist. Ich dachte immer, Puszta ist Puszta. Von wegen. Jeden Tag entdeckte ich die Puszta aufs Neue und kam aus dem Staunen nicht raus. Seht selbst. Puszta ist nicht = Puszta.

Puszta 1

P1010516

Puszta 2

P1010722

Puszta 3

P1010720

Puszta 4

P1010791

Puszta 5

P1010465

Puszta 6

P1010724

Auf dem letzten Bild sieht man den Silberbaum. Ich weiß nicht, wie er richtig heißt, ich nenne ihn Silberbaum. Der baum hat grüne Blätter auf der einen Seite, und silberne auf der anderen Seite. Wenn der Wind hindurchrauscht, und das tut er in der Puszta ziemlich oft, zeigt der Baum seine Silberseite und kann es kaum fassen, wie unglaublich schön das ist. Arpas machte uns die Nase lang, dass die Puszta Ende April, Anfang Mai blüht und wir unbedingt wiederkommen müssen. Tja, das werde ich dann wohl tun müssen *seufz* Kommt ihr mit?

Kategorien: Reiseabenteuer | Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | 11 Kommentare

Wanderritt durch die Puszta: von Kuschelhühnern und anderem Getier

Leute, war das schön! 200 km durch die Weite der ungarischen Puszta, das blaue Himmelszelt über dem Kopf, das Rauschen des Windes in den silbernen Birken in den Ohren und ein unbändiges Gefühl von Freiheit. Unterm Po ein Bündel ungarische Vollblut-Energie und abends die wunderbare, ungarische Küche auf dem Teller, nebst äußerst schmackhaftem Rotwein und der obligatorischen Palinka (Obstbrand).

Ungarn war mein mittlerweile 3. Wanderritt dieser Art. Ihr erinnert euch an meinen Bericht aus Polen 2010? 2012 folgte Irland und jetzt Ungarn. Der nächste Wanderritt für nächstes Jahr ist übrigens schon unter Dach und Fach: Andalusien. Das wird ein Abenteuer, denn wir fahren zu viert, und ich nehme die Mama mit, Mama Amazone 😉

Auch dieses Jahr waren wir zu viert unterwegs: meine liebe Freundin Tara, die auch die anderen Wanderritte dabei war und 2 tolle Schweizer Mädels, die wir letztes Jahr beim Irland-Wanderritt kennengelernt haben und die spontan mitkamen.

Als wir auf dem Hof, einem kleinen, einfachen, immens gemütlichen Reiterhof, mitten in der Puszta, ankamen, waren die durch Nebel bedingten, fast schon absurden Reiseschwierigkeiten (12 Stunden in diversen Fliegern auf Umwegen) schnell vergessen. Frohgemut saßen wir bei einem wunderbar süffigem Bier am Reitstall und stießen aufs Wiedersehen an!

P1010761

Arpads Reiterhof ist ein kleines Paradies. Er lebt dort mit seiner Frau und einer ansehnlichen Schar von Tieren. Die alle zahm und sehr menschenbezogen sind: 3 Hunde, diverse Katzen, Hühner und Pferde. Arpi und seine Frau sind außergewöhnlich tierlieb, so gibt es z. Bsp. einen Findlingshund und ein Huhn, das wegen seines krummen Schnabels gefüttert werden muss und mehrmals täglich zum Futter „getragen“ wird. Hund und Huhn sind best friends. Man hat das Gefühl, dass einem alle Tiere hinterherlaufen und ihre Freundschaft anbieten. Geht man morgens aus der Zimmertür wartet schon der Findlingshund und sein Freund, das Huhn, und begrüßen einen. Kaum setzt man sich, hat man mindestens 1 Katze auf dem Schoß, diverse Hunde zu Füßen und die Pferde strecken einem aus der Koppel sehnsuchtsvoll die Köpfe entgegen. Ein Paradies für Tierfreunde.

P1010490

P1010409

P1010812

P1010818

Dass das Huhn am Ende nicht heimlich in meiner Reisetasche war, grenzt an ein Wunder 🙂 Arpad und seine Frau sind 2 ungemein liebenswerte Menschen, die es im Handumdrehen schaffen, dass man sich wie zu Hause fühlt und kurz davor ist, im Pyjama durch die Gegend zu laufen. Morgens gibt es ein rustikales, ungarisches Frühstück, mittags einen deftigen Mittagssnack und abends kommt man im benachbarten Gasthaus in den Genuss original ungarischer Küche vom Feinsten. Das Ganze umrahmt von süffigem Rotwein, Palinka und zufriedenen Gesprächen. Kein Wunder, dass man abends zu früher Stunde satt und müde ins Bett fällt. Und träumt! So wenig ich zu Hause träume, so viel und lebhaft träumte ich dort. Die irrsten, wirrsten Dinge. Es ging uns allen so und morgens beim Frühstück erzählten wir uns lachend unsere nächtlichen Abenteuer.

Am nächsten Morgen startete das Abenteuer dann richtig und wir machten uns auf den Weg. 200 km durch die Puszta lagen vor uns.

Kategorien: Reiseabenteuer | Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | 9 Kommentare

Erstelle eine kostenlose Website oder Blog – auf WordPress.com.