Beiträge mit dem Schlagwort: Reiten

Katerwolfs Update

Ich hab euch nicht vergessen, ich bin nicht klammheimlich ausgewandert, ich habe keinen Krebsrückfall bekommen und bin spontan verstorben, ich habe nicht weitere 10 Hunde adoptiert und bin ihre Sklavin geworden, nein, ich habe nur ein kleines Päuschen eingelegt. Von 2 Monaten, wie mich meine liebe Blogleserinfreundin Brigitte kürzlich erinnerte. Danke euch allen lieben Lesern, dass ihr mich in letzter Zeit zaghaft daran erinnert habt, dass ihr gerne mal wieder meine Blogeinträge lesen würdet 🙂

Die Zeit ist eine Schere. Rast dahin. Man will ein bisschen verschnaufen und sich auf ein Bänkchen setzen und wenn man wieder aufsteht, sind 2 Monate vergangen. Obwohl, das mit dem Bänkchen, das ist bei mir so eine Sache. Wer mich kennt, hat bei dieser Metapher vielleicht ein wenig amüsiert die Augenbrauen hochgezogen und sich im Stillen gedacht: „Bänkchen? Katerwolf? Na, die ist doch eher im ICE unterwegs!“

Stimmt.

Aber genug der Vorrede, es wird mal wieder Zeit für ein Update! Die letzten 2 Monate waren turbulent. So viel passiert. Anfang April sind wir kurzentschlossen für 1 Woche nach Ägypten geflogen. In einen Club. Die Sehnsucht nach Meer, Sand, blauem Himmel, Rundum-Verwöhnprogramm und süßem Nichtstun war einfach verlockend. Aber wisst ihr was? So richtig toll war das nicht. Leider flog ich schon erkältet los und schleppte mich die Woche eher matt als flott durch die Gegend. Ich wollte eigentlich alles mögliche unternehmen im Urlaub. Bisschen Yoga, Segeln, Tauchen…Die Erkältung machte mir jedoch einen Strich durch die Rechnung und so verbrachte ich die Woche lesend unterm Sonnenschirm. Aber das Schicksal wird sich schon was dabei gedacht haben. Wenigstens habe ich, am Pool, in der Chill-Out-Zone, spontan an einem Apnoe-Schupperkurs teilgenommen. Apnoe, auch Freediving, heißt: Tauchen ohne Schnorchel, Maske, Flasche, nur mit einer großen Flosse. Einmal Flipper sein, wer träumt schon nicht davon! Außer mir nahmen noch 3 männliche Ehrgeizlinge teil. Beim ersten spontanen Luftanhalten schaffte ich 20 Sekunden, und während ich danach ein wenig in der Gegend herumschaute, hielten die 3 Apnoe-Helden so lange die Luft an, bis sie blau anliefen. Am Ende waren es 3 Minuten. Nach weiteren 2 Durchgängen war ich bei stolzen 80 Sekunden. Die 3 Möchtegern-Flipper sitzen vermutlich immer noch am Pool und halten die Luft an.

Auch sonst kam ich im Urlaub nicht so richtig in Fahrt. Weiß auch nicht warum. Sicher, die Erkältung, aber eine Rolle spielte wohl auch das sehr spezielle Klientel der Clubanlage: Neben benannten Ehrgeizlingen, die unzähligen gestählten Pilates-Elsen mit Waschbrettbauch, Dauerjogger (auch mit Waschbrettbauch), Power-Surfer (dieser Waschbrettbauch!) und wo man hinschaute zumbate jemand herum. Pffft. Zumba! Zumba! Wenn man nicht so gut rauf ist, können einem unkoordinierte Zumbatänzer (hier meist Wampe statt Waschbrettbauch), die zu ohrenbetäubender Musik asynchron ihre Gliedmaßen bewegen, ziemlich auf den Sack gehen. War halt nicht so meine Woche. Vielleicht war es auch keine gute Idee, zu beschließen, just im Urlaub Vegan zu werden. Das brachte mir eine recht einseitige Ernährung (Blumenkohl) ein und am abendlichen Wir-Sind-alle-eine Familie-Gruppentisch die eine oder andere Verstrickung mit militanten Fleischessern:“ Isst du KEIN Fleisch? Warum? Also ich liebe Fleisch am liebsten, wenn es auf dem Teller noch MUH macht!“ Ich revenchierte mich mit lebendigen Schilderungen von Kakerlaken-im Knusperteig-Festmahlen in Mexiko, damals, als ich noch mit dem Rucksack herumreiste. „Rucksack?“ „Igitt!“ „Wir fahren schon in der 5. Generation in diesen Club.“ *von oben herab anschau*

Was gab es noch. Einen neuen Chef. Mister Speedy Gonzales. Der mich mega auf Trab hält. Uff.

Das liebe Viehzeug. Einer süßer wie der andere. Joschi, mein mittlerweile alter Tibet-Terrier-Herr hat einen Energieschub. Kayra, unsere türkischer Strandhund-Findling, die sich als Windhund-Jagdhund-Mix entpuppt hat, ist jetzt 2 und probt das Erwachsensein. „Hey, du Zottel da vorne, komm du mir da her! Isch rempel disch an, ey, du!“ Chikita, die kleine, aus der andalusischen Tötung stammende Chihuahua-Mops-Hündin meiner Eltern, genannte „Die Granate“. Und ab und an Honey, unser Ferienhund, eine Retrieverhündin, die uns liebt und mit Vorliebe in Flüsse springt und versucht, bis zum Meer zu schwimmen. Und natürlich Lola, meine gute, alte Oldenburger Stute, die im April 21 Jahre alt geworden ist und ein wenig in die Jahre kommt. Aber sie wird nach wie vor gerne geritten und liebt es, über die Felder zu galoppieren. Flankiert von Kayra und verfolgt von Joschi.

Das Rudel Kayra, Chiki, Honey  und Joschi (abgehoben)

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Apropos Reiten: Es gibt Wunder. Von einem Wunder will ich euch kurz erzählen. Mein Gatte, der bislang Angst vor Pferden hatte und meine Pferdesucht nicht mit mir teilte, reitet. Ihr lest richtig: reitet. Letztes Jahr haben wir einen kleinen Deal gemacht. und mein Mann willigte ein, dieses Jahr ein Reiter-Schnupperwochenende „Reiten lernen im Gelände“ mit mir zu machen. Ich habe mit allem gerechnet, nur nicht damit, dass ein bislang gänzlich unerkanntes Reittalent in ihm schlummerte und, dass es ihm Spaß machen würde. Jetzt nimmt er Reitstunden auf good old Lola und nächste Woche gehen wir zusammen ins Gelände. Jiiieeehaaaaa 🙂 Ich werde berichten.

Beweisfoto: Mein Mann reitet 🙂

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Auch von unserer Vegan-Challenge, die wir seit 4 Wochen machen, die ziemlich überzeugend ist und meinem Mann bislang 8 Kilo weniger auf der Waage gebracht hat, werde ich berichten. Yesss.

So, ihr Lieben, hier mal ein Punkt, sonst wird das ein Roman, ich hoffe, euch geht es allen gut und freue mich aufs „Wiederlesen“ mit euch. Bis bald!

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Wanderritt durch die Puszta: Gastfreundschaft und fiese Busfahrer

Auch in Ungarn ist es so, dass die Menschen auf dem Land irgendwie gastfreundlicher sind als in der Großstadt. In der Puszta sind die Menschen sehr herzlich (bis auf die Nationalpark-Trappe-Schutztruppe ;-)). Sie winken einem beim Vorbeireiten zu, freuen sich, und die Autofahrer hupen beim Vorbeifahren spontan und laut. Letzteres war mit wiederholtem Fast-vom-Pferd-fallen verbunden 😉 In unserem Dorfgasthof waren sie besonders nett. Wir wurden essensmäßig so verwöhnt, dass sogar die elastische Reithose eng wurde. An einem Abend hatte der Rotwein Kork. Als wir Arpad baten, dies dem Wirt zu sagen, gab es eine große Sache deswegen. Zuerst der Wirt und dann der Rest der Küchenbesatzung kamen einer nach dem andern dazu, probierten den Wein, redeten gefühlte Stunden darüber, gestikulierten und schleppten schließlich mehrere Weinflaschen zur Probe an. Ein Mordsspektakel. Generell fiel mir in Ungarn auf, dass Ungarn sehr redselig sind. Sehr sehr redselig. Jedes kleine Ding wird wortreich und ausgiebig durchdiskutiert. Wenn man nichts versteht, steht man fassungslos daneben und fragt sich, was es da so viel zu reden gibt. Fragten wir Arpad, erhielten wir erstaunliche Antworten: „Der Mann wollte wissen, wie viel Uhr es ist.“ 

Kein Wunder, dass die Menschen auf dem Land so freundlich sind, es ist ja auch so schön dort 🙂

 

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In der Großstand Budapest hingegen sind die Menschen auffallend unfreundlich. Warum auch immer. Jedenfalls wurde ich in einem dieser Hop on Hop off Busse das erste mal im Leben von einem Busfahrer als Idiot beschimpft. Ich saß im Oberdeck des Busses und stützte meine Füße vor mir auf der Ablage ab. Nur so ein bisschen. Plötzlich kam der Busfahrer hochgeschossen, mit einer riesigen Sprühflasche bewaffnet und beschimpfte mich völlig unvorbereitet und sehr laut: „Du Füße Scheibe! Warum du Füße Scheibe? Steht hier Füße Scheibe? Steht hier nix Füße Scheibe!“ Dann folgte eine ungarische Schimpfkanonade und, begleitet von einem mörderischen Blick, das Wort „Idiot!“ Ich war echt fassungslos. Zum Einen hatte ich meine Füße nix an Scheibe gehabt und zum Andern, weil ich in einem öffentlichen Verkehrsmittel noch nie als Idiot beschimpft wurde. Spontan wollte ich ihn hauen, mich mit ihm zeternd durch den Bus rollen, da mich meine Mädels aber am Ärmel festhielten und meinten, sie hätten null Bock aus dem Bus zu fliegen, begnügte ich mich mit einem ebenso verächtlichen: „Du total komplett blöder Idiot. Scheiße Eier von Trappe!“ Aber wie gesagt, auf dem Land sind sie nett, die Ungarn.

Tja, ansonsten bleibt mir nur noch zu sagen, dass ich eine traumhaft schöne Woche hatte, einmal mehr froh war, eine Reiterin zu sein und die Puszta auf dem Pferderücken erkunden zu dürfen und einmal mehr feststellte: Mädels unter sich haben ganz schön viel Spaß 😉

 

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Bye-bye Ungarn, bis zum nächsten Mal! Mein Reisebericht ist hier zu Ende. Wenn es euch gefallen hat, dürft ihr euch schon auf meinen nächsten Reisebericht freuen, denn Mitte November geht es für 3 Wochen nach Chile 🙂

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Wanderritt durch Ungarn: Ungarische Post

Fas hätte ich es vergessen: eins der vielen Highlights meiner Ungarnwoche! Ich hatte Glück, auf einem der Übernachtungs-Reithöfe eine Darbietung der Reitkünste der ungarischen Csikos erleben zu dürfen. Just in time kamen wir auf dem Hof an, als die Vorstellung los ging. Der absolute Wahnsinn! Weil ich gerade eine faule Feiertags-Katerwolf bin, bediene ich mich hier einer kleinen aber feinen Beschreibung aus Wikipedia:

Als Csikós (kroat. und serb. čikoš), vereinzelt auch Tschikosch, bezeichnet man einen ungarischen Pferdehirten. Pferdehirten waren einst im gesamtenungarischen Königreich unterwegs. Die ungarische Puszta gilt als Heimat der Pferdehirten. Sie sind bekannt für ihre Dressurleistungen und Reitkünste. Heute noch kann man bei Hortobágy oder Tahitótfalu Vorstellungen der Reitkünste besuchen.

Ein Beispiel für die artistischen Leistungen der Pferdehirten ist die Formation ungarische Post, bei welcher der Csikós auf dem Rücken zweier Pferde steht, während er drei weitere Pferde als Gespann vor sich traben lässt.

Der Csikós ist nach dem Rinderhirten (ung. gulyás) der angesehenste unter den ungarischen Hirten.

Diese Pferdehirten sind übrigens schnatze Bürschchen. Hier ein paar Fotos, die für sich sprechen:

 

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Abends ging in der Pension die ungarische Post übrigens weiter 😉 Nicht, dass ihr denkt, die Katerwolf ist jetzt ein Alki, aber in der Puszta kein Alkohol trinken, det jeht nich, wa? Jedenfalls fühlte ich mich zu den Klängen einer typisch ungarischen combo zu einer spontanen tänzerischen Tanzeinlage verleitet, die mir viel Beifall brachte. Die Musiker waren sehr von mir begeistert. Als Dank kamen sie zu unserem Tisch und befiedelten uns ziemlich lange direkt ins Ohr, was mir den Unmut meiner kleinen Reisetruppe einbrachte *grins*

 

 

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Wanderritt durch die Puszta: Pumis, Pulis, Kommondore

Wo ich bin, sind Hunde.  Natürlich auch, wenn ich einen Wanderritt durch Ungarn mache. In Ungarn gibt es tolle Hunde.  Wenn man an Bauernhöfen und durch kleine Dörfer reitet, wird man von Hunden begrüßt, verjagt, beschmust und beobachtet. In Ungarn gibt es tonnenweise Pumis, Pulis und Puli-Pumi-Mix und alle möglichen Mischlinge. Auf dem Land am Verbreitetsten sind die Pumi, Puli und Pumi-Pulis 🙄 Ich liebe seitdem Pumis. Für immer. Das sind unglaublich drollige Hunde. Sehen fast genauso aus wie mein Joschi (Pumi und Tibet Terrier sind genetisch verwandt), sind aber hochbeiniger und das Fell ist etwas verknoddelter. Die Pulis haben regelrechte Dreadlocks und sehen aus wie Mini-Bob Marleys. Ich denke mal, einen Pumi oder Puli zu bürsten gleicht einer Folter. Für beide Seiten. Jedenfalls steht für mich fest, dass ich irgendwann einmal unbedingt einen Pumi haben möchte. Sie sind sehr lustig und liebenswert. Hier ein Pumi-Exemplar:

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Hundemäßig ging für mich in Ungarn einer meiner Träume in Erfüllung. Einen Komondor zu sehen und anfassen zu dürfen. Auf einem der Reiterhöfe, auf dem wir einkehrten, lebt einer. Der Komondor ist ein Hund, dessen Beschreibung allein respekteinflößend ist. Den Komondor ließ man früher und auch heute noch, wenn auch seltener, zum Schutz gegen Wölfe und Bären bei der Herde. Man sagt ihm nach, dass er hochintelligent ist, seine Entscheidungen selber fällt und unbestechlich ist. Auf die Frage, ob er erzogen ist und in der Hundeschule war, lachte die ganze Familie: „Hundeschule? Komondor in Hundeschule? Das geht nicht. Überlebt weder Hundetrainer, noch andere Hunde!“ Das hört sich jetzt so an, als sei er eine Bestie. Ist er nicht. Er passt halt auf. Und er mag keine Fremden in seinem Revier, wenn sein Herrchen weg ist. Er übernimmt die Verantwortung für Haus, Hof und Vieh dann in aller Konsequenz. Man sagt auch, der Komondor greift lautlos aus dem Nichts an. Das durfte ich selbst erleben. Als ich zur Toilette hinters Haus ging, schaute ich mich ausgiebig nach allen Seiten um, ob der Komondor in der Nähe ist. Weit und breit kein Komondor. Ich machte einen winzigen Schritt vorwärts. Komondor am rechten Knie. Wie eine Statue. Keine Ahnung, wo diese Masse an Tier so plötzlich herkam. Gruselig. Das demonstrierte er gleich mehrfach. Wenn ein Komondor ohne Herrchen in der Nähe ist, möchte man weder Wolf, Bär, noch sonst wer sein. Wir aber erlebten den Komondor im Beisein seiner Familie. Und erlebten einen Komondor, der sich von der Tochter des Hauses sowie einer Katze reiten ließ, wilde Sprünge machte und meinen Schmeicheleien erlag (Gesamtvorrat an mitgebrachten Leckerlis) und mir am Ende unzählige Hundeküsse auf die Nase gab. Ich habe einen Komondor angefasst, gestreichelt, mit ihm gespielt und wurde von ihm geküsst. Ich bin glücklich.

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Dennoch würde ich für den Hausgebrauch einen Pumi vorziehen. Hat man einen Komondor lebt man sehr einsam. Ein Pumi hingegen ist gesellig und ein echter KumpelP1010438

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Mit einem Pumi kann mann übrigens auch wunderbar Sonnenuntergänge schauen und dabei ein Bier trinken. Wenn niemand Sonnenuntergang gucken mitkommen will, weil es zu kalt, zu heiß, zu spät, zu wasauchimmer ist, ein Pumi kommt mit. Setzt sich neben dich und schaut ernsten Gesichtes, wie die Sonne untergeht. Das hat was. Und hier einer der schönsten Sonnenuntergänge, die ich je sah. Sonnenuntergang über der Puszta.

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Wanderritt durch die Puszta: die Pferdchen

Jedes Land hat seine Pferde. In Ungarn sind sie, je nach Anteil des Blutes, groß und schmal, etwas kleiner und kräftiger, oder klassisch vollblütig, mittelgroß, athletisch, mit feinem Kopf. Es zeugt von der Erfahrung jedes Reitführers, den Reiter so gut einzuschätzen, dass er ihm das für ihn optimale Pferd zuordnet.   In der Regel gibt es einen Proberitt, bei dem Reiter und Reitführer prüfen, ob Pferd+Reiter zusammenpassen, so dass man noch tauschen kann, bevor man sich auf den Wanderritt aufmacht. Arpad teilte uns jeweils zielsicher das richtige Pferd zu. Tara, selbst klein und leicht bekam einen ehemaligen Galopper, Vollblut durch und durch und durchaus flott unterwegs. Tara, die direkt vor mir und direkt hinter dem Reitführer ritt, hatte am Anfang etwas zu schaffen und aus ihrer Richtung kam überwiegend: „Ru-hi-g! Fei-n-es Pferd!“ Aber nach kürzester zeit waren sie ein Herz und eine Seele.

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Nikki, die eine Schweizerin fand in ihrem Pferd einen Seelenverwandten und verliebte sich so sehr in das Pferd, dass sie es spontan kaufte und im April abholen geht. Ratet mal, wer sie dabei begleitet? 😉

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Ihre Schwester Manu hatte das Vergnügen mit einem eigensinnigen Schimmel, mit dem sie ab und an Diskussionen hatte. Alle schmunzelten darüber, dass sich da Zwei gefunden hatten 😉

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Und schließlich mein Pferd: Szellö, was zu Deutsch Brise bedeutet. Szellö war eine süße, liebenswerte und typisch zickige Stute. Riesig groß, mit endlos langen Beinen und einem langen Hals, die mit ihren langen Beinen im Galopp stets die Poleposition suchte, riesige Angst vor Kühen hatte, „verdächtige“ Unebenheiten im Boden einfach übersprang und eine Mega-Schmusebacke war. Zum Fressen. SIe hatte etwas von einem Baby, man wollte sie ständig herzen. Und ich lernte einmal mehr, was es heißt, die Knie am Sattel zu lassen 😉

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Der erste Reittag war traumhaft schön. Wir ritten den ganzen Tag durch den berühmten Kiskunsag Nationalpark und kehrten abends zum Hof zurück. Der erste Tag war auch der Eingewöhnungstag und jede von uns lernte, wie ihr Pferd „tickt“.  Vor allem der erste Galopp, querfeldein durch die Puszta, ließ zunächst das Herz flattern, bis man merkte, dass die Pferde keine Absichten hegten, das Weite zu suchen und bis nach Sibirien zu laufen. Schon der zweite Galopp ließ das Herz fliegen und innerlich rief man: „Mehr davon! Schneller!“ Abends fielen wir nach dem Abendmahl glückselig in die Heia und schliefen wie die Toten 🙂

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Wanderritt durch die Puszta: von Kuschelhühnern und anderem Getier

Leute, war das schön! 200 km durch die Weite der ungarischen Puszta, das blaue Himmelszelt über dem Kopf, das Rauschen des Windes in den silbernen Birken in den Ohren und ein unbändiges Gefühl von Freiheit. Unterm Po ein Bündel ungarische Vollblut-Energie und abends die wunderbare, ungarische Küche auf dem Teller, nebst äußerst schmackhaftem Rotwein und der obligatorischen Palinka (Obstbrand).

Ungarn war mein mittlerweile 3. Wanderritt dieser Art. Ihr erinnert euch an meinen Bericht aus Polen 2010? 2012 folgte Irland und jetzt Ungarn. Der nächste Wanderritt für nächstes Jahr ist übrigens schon unter Dach und Fach: Andalusien. Das wird ein Abenteuer, denn wir fahren zu viert, und ich nehme die Mama mit, Mama Amazone 😉

Auch dieses Jahr waren wir zu viert unterwegs: meine liebe Freundin Tara, die auch die anderen Wanderritte dabei war und 2 tolle Schweizer Mädels, die wir letztes Jahr beim Irland-Wanderritt kennengelernt haben und die spontan mitkamen.

Als wir auf dem Hof, einem kleinen, einfachen, immens gemütlichen Reiterhof, mitten in der Puszta, ankamen, waren die durch Nebel bedingten, fast schon absurden Reiseschwierigkeiten (12 Stunden in diversen Fliegern auf Umwegen) schnell vergessen. Frohgemut saßen wir bei einem wunderbar süffigem Bier am Reitstall und stießen aufs Wiedersehen an!

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Arpads Reiterhof ist ein kleines Paradies. Er lebt dort mit seiner Frau und einer ansehnlichen Schar von Tieren. Die alle zahm und sehr menschenbezogen sind: 3 Hunde, diverse Katzen, Hühner und Pferde. Arpi und seine Frau sind außergewöhnlich tierlieb, so gibt es z. Bsp. einen Findlingshund und ein Huhn, das wegen seines krummen Schnabels gefüttert werden muss und mehrmals täglich zum Futter „getragen“ wird. Hund und Huhn sind best friends. Man hat das Gefühl, dass einem alle Tiere hinterherlaufen und ihre Freundschaft anbieten. Geht man morgens aus der Zimmertür wartet schon der Findlingshund und sein Freund, das Huhn, und begrüßen einen. Kaum setzt man sich, hat man mindestens 1 Katze auf dem Schoß, diverse Hunde zu Füßen und die Pferde strecken einem aus der Koppel sehnsuchtsvoll die Köpfe entgegen. Ein Paradies für Tierfreunde.

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Dass das Huhn am Ende nicht heimlich in meiner Reisetasche war, grenzt an ein Wunder 🙂 Arpad und seine Frau sind 2 ungemein liebenswerte Menschen, die es im Handumdrehen schaffen, dass man sich wie zu Hause fühlt und kurz davor ist, im Pyjama durch die Gegend zu laufen. Morgens gibt es ein rustikales, ungarisches Frühstück, mittags einen deftigen Mittagssnack und abends kommt man im benachbarten Gasthaus in den Genuss original ungarischer Küche vom Feinsten. Das Ganze umrahmt von süffigem Rotwein, Palinka und zufriedenen Gesprächen. Kein Wunder, dass man abends zu früher Stunde satt und müde ins Bett fällt. Und träumt! So wenig ich zu Hause träume, so viel und lebhaft träumte ich dort. Die irrsten, wirrsten Dinge. Es ging uns allen so und morgens beim Frühstück erzählten wir uns lachend unsere nächtlichen Abenteuer.

Am nächsten Morgen startete das Abenteuer dann richtig und wir machten uns auf den Weg. 200 km durch die Puszta lagen vor uns.

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Perfektes Wochenende

Ich sag einfach nur: ein perfektes Wochenende! 2 Tage in der Septembersonne durch unser schönes Saarland geritten und abends in einer herrlich kuscheligen Pension Schnitzel mit frischen Pfifferlingen gefuttert, Rotwein getrunken, Schnaps aus der benachbarten Schnapsbrennerei hinterher geschoben und sich wunderbar unterhalten und so viel gelacht. Spät am Abend todmüde ins gemütliche Bettchen gekuschelt und morgens in der Früh dann dieser Blick aus dem Fenster. Das Leben kann so schön sein. Stimmt ihr mir zu?

 

Assweiler

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Kleine Foto-Love-Story

Joschi ist nun schon 11. Ein stattliches Hundealter. Als waschechter Tibet Terrier hat er aber Chancen, ein Methusalem zu werden, denn Tibet Terrier werden gerne auch mal 18. Und Joschi wird 100. Weil ohne Joschi, das geht gar nicht. Einfach nicht dran denken *wegzauber*. Ab und an hat Joschi seine Einbrüche und will nicht spazieren gehen, nicht mit ausreiten, einfach nur vollgefressen unterm Tisch liegen und alles wegknurren, das ihn in irgendeiner Art beanspruchen will. Meist aber ist er fit wie ein Turnschuh.

Kayra, unser 14 Monate alter Türkei-Import bringt ihn auf Trab. Ok, manchmal nervt sie ihn. Einfach nur, weil es sie gibt. Aber Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft, und Joschi ist ein sehr ehrgeiziger Hund. Der Kayra mittlerweile heiß und innig liebt. So grauenhaft er den Neuzugang am Anfang auch fand, so sehr liebt er ihn mittlerweile. Ein Arsch und eine Backe die beiden.

 

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Das absolute Highlight ist nach wie vor der gemeinsame Ausritt mit Lola, meiner mittlerweile auch schon 20-jährigen Stute. Die immer noch flott unterwegs ist. Joschi geht nicht mehr jeden Ausritt mit, ab und an bleibt er neuerdings im Stall und wartet auf uns. Mit hochgerecktem Kopf und gespitzten Ohren sitzt er am Auto und schaut in die Ferne. Wartet. Gestern kam er mit. Kayra freute das sehr. Sie, die in den letzten Monaten eine tolle Kondition aufgebaut hat, fühlt sich ohne Joschi immer ein bisschen verloren. Und ob ihr es glaubt oder nicht, Lola weiß ganz genau, ob nur 1 Hund oder beide Hunde dabei sind. Bleibt einer zurück, wird gewartet, der Hals nach hinten verrenkt, ich denke sie ist ein Hütepferd 😉 Gestern marschierte Joschi motiviert mit, galoppierte  im Trab und Galopp munter mit, das eine oder andere Mal sogar vorneweg.

 

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Wir wurden durch prachtvolle Spätsommer-Ausblicke belohnt.

 

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Es sind dies die Momente, in denen mein Herz vor lauter Glück schier überfließt. Gibt nichts Schöneres. Auf dem Pferderücken, meine 2 Hundis um mich, vor den Augen schöne Ausblicke. Dann ist alles gut.

Joschi ließ es sich nicht nehmen, als 1. im Reitstall einzulaufen, stolz wie Caesar. Er liebt das. Kayra sieht das gelassen, trabt entspannt hinterher und lässt ihm den Ruhm. Und so sehen müde und zufriedene Hunde nach dem Ausritt aus:

 

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Mach mir den Eichendorf

Ich bin ein Glückskind. Heute Morgen um viertel vor 7, die Sonne schimmerte noch rötlich, ritt ich bereits hoch zu Ross über grüne Wiesen, vorbei an gelben Weizenfeldern und fest verschnürten Heuballen. Ich wollte der Hitze und vor allem den Bremsen zuvorkommen und hatte damit auch Glück. Mein altes Mädchen Lola schritt gutgelaunt aus, ein paar Katzen kreuzten unseren Weg, wir weckten 2 schlafende Hasen auf, sonst war alles friedlich und ruhig. Ich jagte Lola ein paar abgemähte Stoppelfelder hoch, galoppierte mit ein paar jungen Pferden um die Wette, die uns, eingezäumt auf ihrer Koppel, ein Stück weit begleiteten und ließ sie einfach laufen, meine wilde Lola, bis sie schnaufend stehenblieb. Unter einem Kirschbaum machten wir Rast. Ich pflückte vom Sattel aus ein paar krachrote, reife Kirschen und ließ sie mir schmecken, während sich Lola am anderen Ende am saftiges Gras gütig tat. Mein Blick schweifte über weite Felder ins Tal und darüber hinaus, wo der Wald begann und mein Herz machte einen Sprung. Und mein Pferd kam in den Genuss einer spontanen Gedicht-Rezitation:

Und meine Seele spannte
Weit ihre Flügel aus.
Flog durch die stillen Lande,
Als flöge sie nach Haus.“

So schön kann ein Tag beginnen, wenn man ihn am Schopf packt. Nun sitze ich zufrieden im Büro und verströme einen dezenten Duft nach „Eau de cheval“ 😉

Habt einen schönen Tag, eure Katerwolf

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Kleine Foto-Love-Story von Frau Katerwolfs Glück

Ich wollte euch schon immer mal zeigen, in welchem kleinen Paradies ich meine Freizeit verbringe. Also habe ich gestern die Kamera eingesteckt. Ich hatte Glück und erwischte eine Zeit auf dem Hof, als niemand da war, der Hof schlummerte in der Mittagssonne, die Pferde genossen zufrieden die letzten Sonnenstrahlen, alles gut, alles schön. Welch eine Idylle. Man, bin ich froh, dass ich das genießen kann. Es sind dies die Momente, in denen ich denke, was für ein Glück ich habe. Vor 2 Jahren dachte ich, ich überlebe das Jahr nicht und jetzt? Alles gut, alles schön. Ach was sag ich: alles so sehr viel schöner als zuvor 😆

Kommt mal mit, ich zeig euch das! Hier seht ihr einen Teil der Stutenherde, die mittlere Stute, die so schön glänzt, das ist meine Lola.

 

Ein kleiner Blick zum Hof hinunter, die Kühe gehen auf die Weide.

 

Lolas Freundinnen suchen Restäpfel auf dem Boden

 

 

Und hier ist sie, mein Mädchen:

 

 

 

 

Es hat genau 5 Sekunden gedauert, bis der Duft der Bananenleckerli in meiner Jacke zu ihr vorgedrungen war

 

 

Gib sie her!!!

 

 

Ihr wollt wissen, ob ER dabei war? Aber natürlich. Ohne Joschi geht nichts. Er liebt es, mit auf die Koppel zu gehen

 

 

Hält jedoch wenig von Kuschelattacken und weiß genau, wann es Zeit ist, aus dem weg zu gehen

 

 

Es gibt für mich kaum etwas Schöneres, um meine freie zeit zu verbringen. Mein Herz macht dabei jedesmal Freudensprünge.

Hier sind übrigens unsere 2 Neuzugänge auf der Koppel. Zunächst das Aschenputtel, das seit gestern dabei ist und vorläufig gemobbt wird. Legt sich sicher bald, aber im Moment ist sie das nackte Elend auf 4 Beinen

 

 

Und das hier, das ist die Teufelin, die erstmal schön alleine auf der Nachbarkoppel bleibt, das kleine Biest

 

 

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