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Geliebtes Indien – Ein Reisebericht, Teil 10: Good bye Kerala

Jede schöne Reise hat irgendwann ein Ende, leider auch unsere Südindienreise. Uns blieben noch 1 Tag in Munnar und 1 Tag in Fort Kochi, bevor uns Air India wieder in heimische Gefilde bringen würde. Unseren letzten Tag im immergrünen Munnar, der Teeregion Keralas, genossen wir in vollen Zügen. Stanley, unser Fahrer, den wir für 3 Tage gebucht hatten, gab sich alle Mühe, uns die schönen Ecken Munnars nahezubringen. Nach einer ausführlichen Sichtung der schier endlosen Teeplantagen, die mich mit ihren grün glänzenden Teebüschen und den bunten Teepflückerinnen und Teepflückern an längst vergangene Zeiten erinnerten, fuhren wir zur Mittagspause ins Städtchen Munnar.

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Munnar, das in unserem Reiseführer als nicht sehenswerter Ort beschrieben wurde, überraschte uns in seiner bunten Vielfalt und dem quirligen, fröhlichen Straßenleben. Von wegen nicht sehenswert! Wir tauchten ins Gassengewühl ein und speisten anschließend in einem wunderbaren indischen Restaurant, das uns Stanley empfohlen hatte, da es nicht touristisch, sondern typisch indisch war. Drinnen Jubel Trubel und vergnügte Inder, die indische Currys mit der Hand von Bananenblättern aßen. Wenn Inder das machen, sieht das sehr kultiviert aus, ungeübte Europäer sollten das besser lassen. Zumindest dachte ich das beim Anblick zweier spacker Australier, denen das Essen zwischen den Fingern das Kinn hinunter aufs T-Shirt lief 😉 Munnar war an diesem Tag besonders geschäftig, da sich die Stadt auf ein großes, am nächsten Tag stattfindendes religiöses Tempelfest vorbereitete, das wir leider verpassten, da wir am nächsten Tag nach Kochi zurückfuhren.

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Stanley hatte noch eine Überraschung für uns parat, the world famous teamuseum. Meine Befürchtung, es könne langweilig sein, zerschlug sich, sobald wir vor dem Museum ankamen. Kann in Indien überhaupt etwas langweilig sein? Kaum stiegen wir aus dem Auto, kam uns eine Gruppe Schulkinder entgegen – es war Wandertag. Die bunte Horde lachender Mädchen und Jungen, die mich sogleich wie eine zwitschernde Vogelschar umringte, wollte genau wissen, wo ich herkomme und wie ich heiße. Und wollte vor allem eins: picture please! Nichts lieber als das, wenn man so freundlich gefragt wird.

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Das Museum selbst war viel spannender, als ich vermutete. Historische Aufnahmen und Beschriftungen ließen einen schnell in die „alten“ Kolonialzeiten eintauchen und im Rundgang durch das Museum einen Brückenschlag in die Moderne tun. Wir amüsierten uns im Geheimen über einen Dokumentarfilm, der in kraftvollen Bildern zunächst die Kolonialzeit glorifizierte und nahtlos in eine heroische Darstellung des sozialistischen Kerala überging, in dem es vor glücklichen Teepflücker-Kollektiven nur so strotzte. Köstlich. Außerdem hatten wir Manni, einen Mitarbeiter des Museums, der uns unter seine Fittiche nahm und uns in einer privaten Führung en detail erläuterte, wie das denn nun ganz genau funktioniert, mit dem Tee. So nämlich:

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Nach diesem ereignisreichen Tag lieferte uns Stanley in unserem homestay ab, wo wir von unseren lieben Gasteltern schon mit einem wohlmundendem Abendessen erwartet wurden. Wir unterhielten uns an diesem Abend noch lange mit ihnen. Erfuhren, dass sie 2 Kinder hatten, die beide im Ausland lebten, die Tochter in Australien, der Sohn in Malaysia und, dass sie alle 2 Jahre die Kinder besuchen fuhren. Auch erzählten sie uns, in Kerala sei es Sitte, die Kinder ins Ausland zu schicken, zum Studieren, zum Arbeiten und Geld verdienen. Diese Gespräche hatten wir in Kerala öfters, auch mit jüngeren Menschen, die auf unsere Frage, in welchem Teil Keralas sie lebten, antworteten: New York, Sidney, Kuala Lumpur, usw. Ein junges, aus Kerala stammendes und in New York lebendes, Paar, neben dem ich auf dem Heimflug im Flieger saß, erzählte mir folgendes: Kerala ist berühmt für seine ausgezeichnete Ausbildung. Viele verbringen einen Teil des Studiums im Ausland. Noch haben wir in Indien aber das Problem, dass die Wirtschaft nicht so stabil ist, um all diese hoch qualifizierten Fachkräfte adäquat zu beschäftigen. Also gehen wir ins Ausland und arbeiten in der ganzen Welt. Wir machen es so wie unsere Großväter und Väter! Wir verdienen viel Geld und investieren es in Kerala, in Schulen, Krankenhäuser, wir bauen uns ein schönes Haus, und irgendwann kommen wir zurück, in unsere schönes Kerala. Und eines Tages, in nicht mehr allzuweit entfernter Zeit, wird Indien stark genug sein. Dann bleiben wir.“

So unterhielten wir uns über unsere Leben, über Europa, USA, Asien, und ich musste einmal mehr meine europäische Sichtweise gerade rücken. Schaut man vom dynamisch sich entwickelnden Indien, in dem so viele Kräfte nach vorwärts und nach oben drängen, dass diese Energie allgegenwärtig zu spüren ist, wie ein Stromimpuls, der durch dieses riesige Land fließt, nach Europa, dann wirkt Europa plötzlich nicht mehr so bedeutend. Und mein Eindruck, dass unser Europa angesicht der geballten Power aus Asien längerfristig ins Hintertreffen geraten könnte, war am Ende unserer Reise sehr ausgeprägt.

„I have the feeling, one day, India will be much more powerful than Europe. I think, that the relation of power and economical strength will shift from Europe to Asia, what do you think?“ fragte ich meinen Sitznachbar im Flieger. „Well, madame, of course. This is the natural circle of life.“ Entspanntes, wissendes Kopfwackeln. Indien.

Liebe Leser, das war der letzte Teil meines Kerala-Berichts, den ich gerade, im kalten Deutschland, am Kamin sitzend geschrieben habe. Ich hoffe, es hat euch gefallen und ein wenig den Blick geschärft auf ein Land, das wunderbar aufregend, vielseitig, mit großen Schattenseiten auf der einen und faszinierender Schönheit auf der anderen Seite, ist. Wir werden sicher wieder hinfahren. Und vielleicht, nach dieser Lektüre, die oder der eine oder andere von euch auch, wer weiß 🙂 Meine nächste Reise ist schon eingetütet, Mitte Februar geht es für 2 Wochen nach Südafrika. Und bis dahin melde ich mich hier ab und an mit Abenteuern aus meinem heimischen Leben. Macht es gut, bis bald, eure Katerwolf

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Geliebtes Indien – Ein Reisebericht, Teil 6: Varkala, rote Klippen, Erleuchtete und Bollywood

Varkala hat Flair. Ein ganz besonderes Flair. Egal, ob man „oben“ an der Ladenzeile entlang flaniert, ob man in einem der zahlreichen Cafés sitzt oder ob man „unten“ am Strand abhängt: das rote Cliff beherrscht den Blick, ebenso wie das weite Meer, der Himmel und die Melange des Publikums. Scheint die Sonne, leuchtet das Cliff regelrecht, man kann dann die Augen nicht davon abwenden. Ein echtes Naturwunder! Ich muss das Foto einfach nochmal posten. Ich muss, ich muss, ich muss!

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Genauso spannend ist es, das Varkala-Völkchen zu beobachten. Da wären erstmal die Einheimischen. Erstaunlich viele Tibeter, die in Varkala ihre kleinen Shops eröffnet haben, aber auch Kashmiris und natürlich „echte“ Inder. In allen Farben, alle freundlich, entspannt.

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Als wir dort waren, gab es ein wenig Sorge wegen des für diese Jahreszeit nur spärlichen Tourismus. Was für uns Grund zur Freude war, ist für die Händler natürlich Leid. Es wurde darüber spekuliert, woran das liegen mag. Allgemein lässt sich sagen, dass die Verwirrung über Vogelgrippe und Ebola einen großen Anteil daran trägt – wobei viele das auch verwechseln. Ich traf eine leicht konfuse, junge Schweizerin, die der festen Überzeugung war, Ebola würde durch Enten übertragen.

Lässt mich sich ein bisschen Zeit und plaudert mit den Menschen, erfährt man viel Persönliches und schließt schnell Freundschaften. Die Händler kennen einen nach 1 Tag und wissen ganz genau, ob man ihnen versprochen hat, morgen oder übermorgen im Shop vorbeizuschauen. Man ist überall im Blick. Eines Nachmittags, als ich auf dem Hotelbalkon saß, mit Blick über die Straße aufs Meer, hörte ich plötzlich von unten: „Hello, Mam, hello, remember me? You promised yesterday, to come to my shop today? You come? You look beautiful!“ Wo er Recht hat, hat er Recht 🙂

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Wen auch immer so etwas nervt, ich liebe das. Einfach aus dem Grund, weil die Menschen dabei immer freundlich sind, nie wirklich aufdringlich. Läuft man  freundlich und offen durch die Gegend, schafft meine keine Straße ohne Small-Talk. „Beautiful climate“, „First time Kerala?“ „Nice dress!“ „Very good looking!“

Natürlich waren wir am Strand. Schon Wochen, bevor wir losflogen, hatte ich Strandvisionen. Hach, tat das gut, seine Knochen in den warmen Sand zu betten, sich die Sonne auf den Pelz scheinen zu lassen und sich ab  und an wie eine Robbe in die Fluten zu schmeißen. Neugierig, wie ich bin, war ich jedoch fast die ganze Zeit im Beobachtermodus. Auf dem Strand war aber auch was los. Bollywood, wie es leibt und lebt. Natürlich gab es ein internationales Touristenvölkchen, skurril gemischt: waschechte Freaks, Surfer, die üblichen Indien-Kiffer, junge Rucksackreisende, ältere Individualreisende, Normalos, Rentner und sehr viele Yoga-Lernende oder -Suchende. Letztere erkennt man übrigens an einem überzeugend geraden Rücken und einem wissenden *bling bling* in den Augen. Das Strandbild beherrschten jedoch die indischen Touristen. Und das, liebe Leser, ist Bollywood in Reinform. Die leben ihre Freizeit mit Haut und Haar. Herrlich und so lustig auch, ich hätt´ mir die Augen aus dem Kopf schauen können.

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Mir wurde gesagt, dass viele Inder nicht schwimmen können. Was sie jedoch nicht davon abhält, ins Meer zu springen. War so die Präsenz zweier sehr engagierter Rettungsschwimmer an unserem Strand zu erklären? Das war ein Schauspiel, ich kann euch sagen. Da wir uns ja im Land der Reinkarnation, also der Wiedergeburt, befanden, war im Chef der Rettungsschwimmer mit absoluter Gewissheit Louis de Funès wiedergeboren. Mit seinem Assistenten beherrschte er den Strand, raste cholerisch gestikulierend am Strand umher, pfiff in seine Trillerpfeife und holte einen beleidigten Inder nach dem anderen aus den Fluten. Zum Brüllen 🙂

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Es gibt an den endlosen Stränden von Varkala auch ganz, ganz ruhige, abgelegene Strandabschnitte, aber mir gefiel dieser am besten. Okay, ich schaue auch gerne Bollywoodfilme 😉

Bewegt man sich in Varkala ein wenig vom North Cliff weg, zum South Cliff, wird alles noch ruhiger, beschaulicher, und tappt man dann von dort ein Stück ins Landesinnere, umfängt einen sogleich das ursprüngliche indische Dorfleben.

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Varkala, immer noch ein Fischerdorf, ist auch ein Ort der Gaumenfreuden. Es bereitet ein großes Vergnügen, in den bunt angemalten, terrassenartig ausgelegten kleinen Restaurants die leckersten Dinge zu futtern.

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Typische Kerala-Küche, für die Magenmüden auch Pasta und Pizza, und abends verwandelt sich der Klippenpfad in eine Fisch-Gourmet-Meile. Hier wird der „Catch of the day“ präsentiert, dramatisch ausgeleuchtet und lauthals angepriesen. Man wählt zwischen Tandoori-Style, Lemon-Garlic oder was man sonst für Wünsche hat. Ich bin ja leider Opfer einer lästigen Fischallergie und war abends daher nicht völlig frei von Neid, als ich meinem Mann bei der allabendlichen Fischverspeisung zusehen musste. So geht übrigens Tandoori:

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Aber auch als Fischverächter kommt man auf seine Kosten. Ich habe so gut gegessen, dass ich es am liebsten den ganzen Tag tat.

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Dennoch war das Abendessen immer das Highlight – so schön, der bunt beleuchtete Pfad und die Restaurants, so schön, oben auf der Terrasse zu sitzen, den Blick auf das bunte Treiben unter einem oder auf das nächtliche Meer gerichtet, Cat Stevens im Ohr und einen himmlischen Sonnenuntergang vor den Augen.

Am liebsten bei einem Sundowner, ganz nach dem Motto: Buy 1, get one free 🙂

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Ach Varkala, I very miss you!

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Geliebtes Indien – Ein Reisebericht, Teil 5: Welcome to paradise!

Auf Varkala waren wir sehr gespannt. Im Reiseführer, den wir, wie immer, nur oberflächlich durchgeblättert hatten (ich weiß nicht, woran es liegt, aber immer, wenn ich Reiseführer lese, überkommt mich eine bleierne Müdigkeit), stand nicht viel über Varkala. Ich las was von einem North Cliff und einem South Cliff, von tollen Stränden, von Geheimtipp und Hippies, Ayurveda, Natur. Das genügte, um meine Neugierde zu schüren. Die letzten paar Kilometer, die wir im Taxi unseres Kamikaze-Taxifahrers zubrachten, führten uns durch üppigen, grünen Dschungel, der in Kerala fast überall gegenwärtig ist, durch das dichte Blätterwerk erspähte ich prächtig anmutende Häuser, oder besser gesagt, Villen. Villen in Indien? Es gibt sie. In Kerala sind sie prächtig und bunt: türkis, rosa, grün, gelb, pink. Wunderbar. Staunend schaute ich aus dem Fenster und dachte, wie so oft auf dieser Reise, über Klischees, Vorurteile und festgefahrene Denkmuster nach. Reisen hilft enorm, sich über eben Genanntes hinwegzusetzen. Die Straße wand sich in Serpentinen durch das Grün und kleine Ortschaften, unser Fahrer raste hupend, starren Clint Eastwood-Blickes voran und verlangte uns auf den letzten paar Metern noch ein paar Schweißtropfen ab. Ich tippe mal auf Inkarnation eines berühmten Rennfahrers. Wir erreichten Varkala lebend. Das ist immer wieder schön 🙂

Nach einem kleinen, wortreichen Schlagabtausch lernten wir, dass man  in Kerala bei längeren Fahrten stets auch die Rückfahrt eines Taxis bezahlen muss. Das mussten wir erstmal verdauen, aber ehrlich muss man sagen, hätten wir das auch vorher klären können, anstatt uns über den Preis von 14 Rupien/km (1 € entspricht etwa 75 Rupien) zu freuen und ins Taxi zu springen. Unsere Unterkunft, wieder eins dieser typischen homestays, wie es sie in Kerala allerorts gibt, machte einen sehr gepflegten Eindruck. Ein homestay, wie der Name schon impliziert, bedeutet, man wohnt im home des Besitzers. In der Regel sind dies kleinere Unterkünfte mit 3-6 Zimmern, sehr gemütlich, sehr individuell, und man kommt in den Genuss einer Gastfreundschaft und Fürsorge, wie man sie lange suchen muss. Unser homestay lag unmittelbar beim berühmten North Cliff, aber eben nur unmittelbar, was uns veranlasste, nach 2 Nächten eine neue Unterkunft zu beziehen, die direkt am North Cliff lag. Direkter geht nicht. Saß man auf dem Balkon, hatte man das Gefühl, die Beine über das Cliff baumeln lassen zu können, vor dir, unter dir das weite Meer, über dir der Himmel. So hatten wir uns das vorgestellt.

Varkala. *seufz* Wir sind jetzt seit 3 Wochen zurück, und immer noch bin ich im Kopf sehr häufig in Kerala, vor allem in Varkala. Ich glaube, meine Seele bummelt immer noch dort herum und weigert sich zurückzukommen. Ach, liebe Seele, dann bleib halt noch ein bisschen. Ich kann doch ja so gut verstehen 😉 Varkala ist wirklich faszinierend. So etwas hatten wir nie zuvor gesehen. Der kleine Ort liegt auf Klippen, die sich in ein North und ein South Cliff unterteilen. Das South Cliff st kleiner und etwas ruhiger, das North Cliff ist ein wenig größer und belebter. Ein schmaler Pfad schlängelt sich entlang des Cliffs, auf der einen Seite bunte Ladenzeilen mit Cafés, Restaurants, Shops, Ayurveda- und Yogazentren, auf der anderen Seite fällt das Cliff steil ab, unten der weite Strand und das grenzenlose Arabische Meer. Diese Farben! Diese Weite! Ich zeig euch jetzt mal, warum meine Seele nicht zurückkommen will:

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Noch Fragen? Dies ist nur eine Ansicht dieses grandiosen Wunders der Natur. Und das den ganzen Tag – was für ein Luxus fürs Auge, für den Geist und für die Seele. Wir verbrachten Stunden damit, von einem Café zum nächsten zu schlendern und uns auf den, für diesen Ort typischen, Holzterrassen im 1. OG dieser atemberaubenden Optik hinzugeben:

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Ihr könnt mich jetzt ein bisschen verstehen, oder? Varkala ist für mich so ein Ort, den man findet und an dem man gerne ein Weilchen bleibt – darf auch gerne länger sein. An den man wiederkehren will. Und an den man schmerzlich sehnsuchtsvoll zurückdenkt. Als wir dort waren, war es kurz vor Hochsaison und alles war beschaulich und ruhig. Nicht viele Touristen, überwiegend Franzosen, Italiener, Australier, Kanadier, Deutsche, ein paar Russen…wobei ich gestehen muss, dass Russen auf dem Yoga-Tripp für mich ein wenig gewöhnungsbedürftig sind…aber das mit den Klischees im Kopf hatten wir schon weiter oben 😉 Dafür gab es im gleichen Verhältnis indische Touristen. Und das hat uns gut gefallen. In meinem Kerala-Reiseführer steht: „In Indien wird es nicht gerne gesehen, in der Öffentlichkeit Zärtlichkeiten auszutauschen oder zu viel nackte Haut zu zeigen. Auch der Genuss von Alkohol und Rauschmitteln ist verpöhnt.“ Ob die jungen indischen Mädels, Jungs und Paare, die in Tops, Hot-Pants, Hand in Hand, Mund an Mund und mit Joint vor dem Sonnenuntergang am Strand diesen Reiseführer auch gelesen haben? *lach* 

Ich lass euch jetzt mal mit den Varkala-Eindrücken ein bisschen alleine, morgen erzähl ich mehr über diesen traumhaften Ort, see you 🙂

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Geliebtes Indien – Ein Reisebericht, Teil 4: On the road in Kerala :-)

Egal, ob man in Kerala oder sonstwo in Indien on the road ist: on the road ist in Indien ein waghalsiges Abenteuer. Man braucht Nerven wie Stahlseile. Und gesundes Gottvertrauen. In Indien passieren sehr viele Verkehrsunfälle, vor allem gefürchtet sind die zahlreichen Frontalzusammenstöße, leider häufig mit tödlichem Ausgang. Sitzt man in Indien erstmal auf der Rücksitzbank eines Autos oder einer Riksha, fängt man automatisch an zu beten. Ich absolviere die Fahrten meist gebannten Blickes vorne raus durch die Windschutzscheibe und schließe in besonders haarigen Situationen einfach die Augen. Auch diesmal gingen mir bei jeder Fahrt existentialistische Gedanken durch den Kopf. Ich sag es mal so: Der indische Gedanke an verschiedene Widergeburten macht in diesem Land in vielerlei Hinsicht Sinn 😉 Und der Glaube daran, dass die zahlreichen Verkehrspolizisten die Dinge im Griff haben.

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Meist füge ich mich nach einer Weile meinem Schicksal, vertraue darauf, dass ich noch nicht „dran“ bin und gehe dazu über, das indische Leben seitlich heraus aus der Scheibe zu beobachten. Egal wo man rausschaut, vorne, seitlich oder hinten, überall passiert so viel, dass Stunden vergehen wie im Flug. Auf Indiens Straßen ist immer Prime time. Ich liebe dieses Autokino aus ganzem Herzen. In Kerala läuft das Ganze tatsächlich etwas moderater ab als in Nordindien zum Beispiel. Ich erinnere mich noch lebhaft an eine längere Busfahrt in Rajasthan, während der ich erleben durfte, dass Autos, Busse und LKWs ohne jeglichen Einsatz des Blinkers oder sonstiger Verkehrszeichen, mitten auf der Autobahn wendeten, sie kreuzten und ähnliches. Der Höhepunkt war, als uns ein Pferd mit Reiter auf der Autobahn überholte. Im Galopp. Ich glaube, das war der Zeitpunkt, in dem ich meiner Seele kurzfristig einfach Urlaub gab. In Kerala ist das mit dem Verkehr zwar etwas weniger wild, aber für europäische Verhältnisse wild genug. Ihr müsst euch das in etwa so vorstellen: eine zweispurige Straße. Beide Spuren eher schmal als breit. Seitliche Begrenzung Fehlanzeige, denn die Straßen gehen nahtlos in nicht vorhandene Bürgersteige über :-). Auf diesen 2 Spuren fahren in beide Richtungen PKWs, LKWs, Busse, Minibusse, Mopeds, Rikshas und Fahrräder. Jeder überholt jeden zu jeder Zeit in halsbrecherischem Tempo. Aus 2 Spuren werden dann gerne mal 6-7 Spuren. Sehr beliebt ist das Szenario: Dein Taxi überholt ein vor dir fahrendes Fahrzeug. Sofort setzt dein Hintermann an, dich in 3. Spur noch schnell zu überholen. Und nicht selten taucht am rechten Rand Überholer Nummer 4, z. Bsp. ein irrer Mopedfahrer, auf. Das Ganze kommt dir auch im Gegenverkehr entgegen. Es gibt so gut wie keine Ampeln oder Verkehrsregeln, das Einzige, das zählt, ist konstantes Hupen und ein böser, entschlossener Clint Eastwood-Blick. Gehupt wird als Aufforderung (Hau ab!), als Frage (Hallo? Ist da hinter der Kurve jemand?), als Drohung (Weg da, sonst mach ich dich platt!) oder aus Lust und Laune. Den berüchtigten Clint Eastwood-Blick habe ich mehrfach erleben dürfen. Meist im Rückspiegel wahnsinniger Taxi- und Rikshafahrer. Ich weiß nicht, welche Fahrzeuge ich am schlimmsten finde. Sie sind alle schlimm. Aber vielleicht sind die Schlimmsten doch die Busse. Nicht ganz zu Unrecht nennt man eine indische Überland-Busfahrt auch Himmelfahrtskommando.

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Was jetzt nicht heißt, dass dies Fußgänger, Ziegen, Kühe und Hunde davon abhält, zu jeder Zeit spontan die Fahrbahn zu überqueren 🙂

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Auch wenn ihr jetzt denkt, die Katerwolf ist eine Irre, ich sag euch nur: Lasst euch davon nicht abhalten, nach Indien zu fahre. Das Leben ist immer ein Abenteuer und ein totales, unberechenbares Risiko obendrein. Mit dem Unterschied, dass man sich bei uns in scheinbaren Sicherheit wiegt. In Indien ist das pralle Leben auf der Straße, zu jeder Zeit sichtbar. Leben, Tod, Freude, Leid. Nichts wird versteckt. Man kann es lieben oder hassen. Wenn man der Typ dafür ist, liebt man es – für immer. Mitlesende Indienliebhaber werden mir Recht geben. Ich für meinen Teil genieße es immer, wenn sich in mir nach einer Weile Überlandfahrt eine gewisse fatalistische Grundhaltung breitmacht und ich mich dem hingebe, was sich meinem Auge bietet. Das ist grundsätzlich etwas ganz anderes als in meinem Heimatland Deutschland. Denn wenn man im dicht besiedelten Indien unterwegs ist, ständig kleinere und größere Ortschaften passiert, sieht man unter anderem dies: schöne Frauen in farbenfrohen Saris (macht mich immer wieder aufs Neue froh), die im Bundesstaat allseits beliebten Streiks und kleine stolze Jungs in der bemalten Riksha des Vaters 🙂

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Etwas, dass mich in Indien stets fasziniert, ist die unglaubliche Fülle an Schulkindern. In Kerala ist man sehr stolz auf den hohen Bildungsstandard. Tatsächlich findet man in nahezu jeder Ortschaft mindestens 1 Jungen- und 1 Mädchenschule, Internate und Colleges säumen den Weg, Schulen der schönen Künste (College of Music and fine arts), und in Kerala gibt es ein hohes Bestreben, Mädchen auszubilden. Die lachenden, in ihren Schuluniformen so adrett aussehenden Schulkinder zu beobachten, ist einfach nur schön. Zumal man in Indien nie „nur“ Beobachter ist, immer wird man zeitgleich genau so beäugt. In diesem Fall von lachenden Schulkindern, die einem ein fröhliches „Hello“ entgegenrufen:

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Denkt man an Indien, denkt man zumeist auch an Indiens Religionen. Hindus, Buddhisten, Moslems, Sikhs, Christen und einige Unterreligionen leben in Indien dicht beieinander. In einigen Teilen mit heftigen Konflikten, in anderen widerum friedvoll. In Kerala ist man auf eine Sache besonders stolz: auf das friedliche Miteinander der einzelnen Religionen. In Kerala gibt es überwiegend Christen, aber auch sehr viele Hindus und Moslems. Noch nirgends auf der Welt habe ich gesehen, dass in einem Ort eine Kirche neben einer Moschee neben einem Hindutempel stehen. In Kerala ist das die Norm. Das Besondere ist, dass viele Gläubige in alle religiöse Häuser gehen. Mit Erstaunen sah ich Moslems aus Kirchen und Christen aus Moscheen kommen und Hindus vor einer Statue des heiligen Georg niederknien. Wie auch immer, ist man in Indien unterwegs, wird einem die tief verwurzelte Religiosität bewusst. Auch das liebe ich, weil es ein Fest für die Sinne ist. Insbesondere, wenn man zu einer Zeit der religiöser Feste unterwegs ist:

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Ihr seht schon, ich komme wieder ins Schwärmen, aber seht selbst, kennt ihr so etwas aus Deutschland? Ich jedenfalls habe noch nie einen Transporter gesehen, der zur gleichen Zeit Sessel und Passagiere transportiert. Die einen anlachen, mit den Köpfen wackeln und fröhlich „Hello“ rufen 🙂

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Katerwolfs Update

Ich hab euch nicht vergessen, ich bin nicht klammheimlich ausgewandert, ich habe keinen Krebsrückfall bekommen und bin spontan verstorben, ich habe nicht weitere 10 Hunde adoptiert und bin ihre Sklavin geworden, nein, ich habe nur ein kleines Päuschen eingelegt. Von 2 Monaten, wie mich meine liebe Blogleserinfreundin Brigitte kürzlich erinnerte. Danke euch allen lieben Lesern, dass ihr mich in letzter Zeit zaghaft daran erinnert habt, dass ihr gerne mal wieder meine Blogeinträge lesen würdet 🙂

Die Zeit ist eine Schere. Rast dahin. Man will ein bisschen verschnaufen und sich auf ein Bänkchen setzen und wenn man wieder aufsteht, sind 2 Monate vergangen. Obwohl, das mit dem Bänkchen, das ist bei mir so eine Sache. Wer mich kennt, hat bei dieser Metapher vielleicht ein wenig amüsiert die Augenbrauen hochgezogen und sich im Stillen gedacht: „Bänkchen? Katerwolf? Na, die ist doch eher im ICE unterwegs!“

Stimmt.

Aber genug der Vorrede, es wird mal wieder Zeit für ein Update! Die letzten 2 Monate waren turbulent. So viel passiert. Anfang April sind wir kurzentschlossen für 1 Woche nach Ägypten geflogen. In einen Club. Die Sehnsucht nach Meer, Sand, blauem Himmel, Rundum-Verwöhnprogramm und süßem Nichtstun war einfach verlockend. Aber wisst ihr was? So richtig toll war das nicht. Leider flog ich schon erkältet los und schleppte mich die Woche eher matt als flott durch die Gegend. Ich wollte eigentlich alles mögliche unternehmen im Urlaub. Bisschen Yoga, Segeln, Tauchen…Die Erkältung machte mir jedoch einen Strich durch die Rechnung und so verbrachte ich die Woche lesend unterm Sonnenschirm. Aber das Schicksal wird sich schon was dabei gedacht haben. Wenigstens habe ich, am Pool, in der Chill-Out-Zone, spontan an einem Apnoe-Schupperkurs teilgenommen. Apnoe, auch Freediving, heißt: Tauchen ohne Schnorchel, Maske, Flasche, nur mit einer großen Flosse. Einmal Flipper sein, wer träumt schon nicht davon! Außer mir nahmen noch 3 männliche Ehrgeizlinge teil. Beim ersten spontanen Luftanhalten schaffte ich 20 Sekunden, und während ich danach ein wenig in der Gegend herumschaute, hielten die 3 Apnoe-Helden so lange die Luft an, bis sie blau anliefen. Am Ende waren es 3 Minuten. Nach weiteren 2 Durchgängen war ich bei stolzen 80 Sekunden. Die 3 Möchtegern-Flipper sitzen vermutlich immer noch am Pool und halten die Luft an.

Auch sonst kam ich im Urlaub nicht so richtig in Fahrt. Weiß auch nicht warum. Sicher, die Erkältung, aber eine Rolle spielte wohl auch das sehr spezielle Klientel der Clubanlage: Neben benannten Ehrgeizlingen, die unzähligen gestählten Pilates-Elsen mit Waschbrettbauch, Dauerjogger (auch mit Waschbrettbauch), Power-Surfer (dieser Waschbrettbauch!) und wo man hinschaute zumbate jemand herum. Pffft. Zumba! Zumba! Wenn man nicht so gut rauf ist, können einem unkoordinierte Zumbatänzer (hier meist Wampe statt Waschbrettbauch), die zu ohrenbetäubender Musik asynchron ihre Gliedmaßen bewegen, ziemlich auf den Sack gehen. War halt nicht so meine Woche. Vielleicht war es auch keine gute Idee, zu beschließen, just im Urlaub Vegan zu werden. Das brachte mir eine recht einseitige Ernährung (Blumenkohl) ein und am abendlichen Wir-Sind-alle-eine Familie-Gruppentisch die eine oder andere Verstrickung mit militanten Fleischessern:“ Isst du KEIN Fleisch? Warum? Also ich liebe Fleisch am liebsten, wenn es auf dem Teller noch MUH macht!“ Ich revenchierte mich mit lebendigen Schilderungen von Kakerlaken-im Knusperteig-Festmahlen in Mexiko, damals, als ich noch mit dem Rucksack herumreiste. „Rucksack?“ „Igitt!“ „Wir fahren schon in der 5. Generation in diesen Club.“ *von oben herab anschau*

Was gab es noch. Einen neuen Chef. Mister Speedy Gonzales. Der mich mega auf Trab hält. Uff.

Das liebe Viehzeug. Einer süßer wie der andere. Joschi, mein mittlerweile alter Tibet-Terrier-Herr hat einen Energieschub. Kayra, unsere türkischer Strandhund-Findling, die sich als Windhund-Jagdhund-Mix entpuppt hat, ist jetzt 2 und probt das Erwachsensein. „Hey, du Zottel da vorne, komm du mir da her! Isch rempel disch an, ey, du!“ Chikita, die kleine, aus der andalusischen Tötung stammende Chihuahua-Mops-Hündin meiner Eltern, genannte „Die Granate“. Und ab und an Honey, unser Ferienhund, eine Retrieverhündin, die uns liebt und mit Vorliebe in Flüsse springt und versucht, bis zum Meer zu schwimmen. Und natürlich Lola, meine gute, alte Oldenburger Stute, die im April 21 Jahre alt geworden ist und ein wenig in die Jahre kommt. Aber sie wird nach wie vor gerne geritten und liebt es, über die Felder zu galoppieren. Flankiert von Kayra und verfolgt von Joschi.

Das Rudel Kayra, Chiki, Honey  und Joschi (abgehoben)

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Apropos Reiten: Es gibt Wunder. Von einem Wunder will ich euch kurz erzählen. Mein Gatte, der bislang Angst vor Pferden hatte und meine Pferdesucht nicht mit mir teilte, reitet. Ihr lest richtig: reitet. Letztes Jahr haben wir einen kleinen Deal gemacht. und mein Mann willigte ein, dieses Jahr ein Reiter-Schnupperwochenende „Reiten lernen im Gelände“ mit mir zu machen. Ich habe mit allem gerechnet, nur nicht damit, dass ein bislang gänzlich unerkanntes Reittalent in ihm schlummerte und, dass es ihm Spaß machen würde. Jetzt nimmt er Reitstunden auf good old Lola und nächste Woche gehen wir zusammen ins Gelände. Jiiieeehaaaaa 🙂 Ich werde berichten.

Beweisfoto: Mein Mann reitet 🙂

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Auch von unserer Vegan-Challenge, die wir seit 4 Wochen machen, die ziemlich überzeugend ist und meinem Mann bislang 8 Kilo weniger auf der Waage gebracht hat, werde ich berichten. Yesss.

So, ihr Lieben, hier mal ein Punkt, sonst wird das ein Roman, ich hoffe, euch geht es allen gut und freue mich aufs „Wiederlesen“ mit euch. Bis bald!

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3 Wochen Chile: Abschied

*sniff*

Jede Reise hat ein Ende. Und 3 Wochen Chile ist ja auch eine ausreichende Zeit. Aber so ein bisschen Mehr wäre auch schön gewesen. Noch bisschen ins Weintal, oder an die Westküste, ach was soll´s, Wiederkommen ist ja auch eine gute Option 🙂

Nach 17 Tagen hieß es Kofferpacken. Noch völlig geflashed vom Weltwunder-Sonnenuntergang, schleppten wir am nächsten Morgen wehmütig unser Gepäck zum Reisebus, wo uns eine Überraschung erwartete. Sagte ich schon, dass Fritz der weltbeste Reiseführer ist? Grinsend stand er am Bus und eröffnete uns, wir würden auf dem Weg zum Flughafen noch einen kleinen Abstecher machen. Der Flieger ginge ja erst am Nachmittag und sooo lange muss man ja auch nicht am Flughafen warten. Und da hatte er eben gedacht, uns noch einen besonders schönen, kleinen Salzsee zu zeigen. Laute „jippieejeeejjj“ -Geräusche schallten durch den Bus. Der Weg zum See war idyllisch. Idyllischer geht eigentlich gar nicht. Ein weiteres mal brachte mich die Atacama mit ihrer Fähigkeit trockene, scheinbar tote Landschaftsabschnitte mit fruchtbaren Regionen, manchmal sogar nur kleine Flecken, abzuwechseln.

Trocken:

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Fruchtbar:

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Eben noch rote, trockene Dürre, im nächsten Moment wasser- und tierreiches Tal:

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Verträumt schaute ich aus dem Fenster und nahm die vorbeifließende Schönheit tief in mein Herz auf. So kurz vor der Abreise kam mir jeder Blick vor wie der letzte und ich wollte noch rasch möglichst viel in mir abspeichern. Und da, ganz plötzlich, sah ich etwas, das mir den Atemn nahm. Der Garten Eden, dachte ich, so muss er aussehen! Ich glaube, von allen Fotos, die ich auf dieser Reise gemacht habe, ist dies mein Lieblingsbild.

 

 

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Völlig verzückt gab ich mich meinen Garten-Eden-Fantasien hin und kam erst wieder richtig in die Realität zurück, als der Bus stoppte. Wir waren am Salzsee angekommen. Ein wahrlich tolles Abschiedsgeschenk von Fritz. Und so ließen wir uns nicht lange bitten, die Tragfähigkeit des Salzgehalts im Wasser auszuprobieren. 6-jährige Kinder im Freibad haben sicher nicht mehr Spaß 😉

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Tja, Leute, das wars mit meinem Reisebericht. Bin jetzt selbst wieder ganz wehmütig. Aber es war einfach zu schön. Vor lauter Wehmut mussten wir unseren Abschiedsschmerz am gleichen, unserem verbindlich letztem Abend in Chile, in einer dieser coolen Bars in Santiago de Chile, mit Pisco Sour forte ertränken. Aber der leicht angedickte Kopf am nächsten Morgen hatte sich gelohnt. Wenigstens bekam man den Heimflug nicht richtig mit 😉

 

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3 Wochen Chile: Atacamawüste – der schönste Sonnenuntergang der Welt

Wenn ich jetzt zurückblicke, versetzt es mich immer noch in Erstaunen, was wir alles in den 4 Tagen in der Atacmawüste erlebt haben. Unglaublich. Aber daran sieht man, wie vielseitig die Atacama und wie abwechslungsreich Chile im Ganzen ist. Und wie fantastisch, wundervoll, atemberaubend schön. Kann es nicht oft genug sagen!

Ich schreibe hier den vorletzten Post meines Reiseberichts. Man könnte meinen, das wars jetzt, was die Atacama zu bieten hat. Von wegen. 1 1/2 Tage vor dem Rückflug nach Santiago de Chile erwartete uns noch mehr als ein Abenteuer: Eine schwindeleregende Busfahrt, eine Wanderung durch die Guatinschlucht zu den heißen Thermalquellen von Puritama auf 3.700 m, eine Wanderung durch das Val del muerte und Val del luna , der wohl spektakulärste Sonnenuntergang meines bisherigen Lebens.

Hier seht ihr ein Bild unserer Adrenalinfahrt. Und das ist nur ein kleiner Ausschnitt 😉

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In der Atacama wird es mittags ziemlich heiß. Und auch am vorletzten Tag regte sich in mir ein innerer Widerstand gegen die bevorstehende Wanderung in der Guatinschlucht. Aber wie immer, wich er einer Aufbruchsstimmung, sobald wir die ersten 20 Meter hinter uns gebracht hatten. Und wie schon in den vorangegangenen Tagen in der Atacama waren wir alle sprachlos, als wir am knochentrockenen Straßenrand hielten und kurze Zeit später in eine immer grüner werdende Schlucht, in der ein wilder Fluß gurgelte und gluckerte, hinabstiegen.

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In der Schlucht war es angenehm schattig und wir schritten munter und flott voran. Staunten über die Vegetation und Blumen, die man so nicht erwartet hatte.

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Die Riesenkakteen, die den Weg säumten, regten wundersamerweise unsere Fantasie an, giggelnd entdeckten wir Hasen, Riesenpimmel und was die Gruppendynamik so alles hergibt. Oder was sehr ihr?

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Am Ausgang der Schlucht erwartete uns dann eins der zahlreichen Paradiese, die Chile zu bieten hat. Die Puritama-Thermalwasser. Überglücklich tobten wir ausgelassen wie die Teenager im warmen Wasser herum.

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Nach einer müßigen Lümmelstunde in der Sonne und einem beinharten Aufstieg aus der Schlucht zum Bus *schwitz* teilte uns Fritz lächelnd mit, dass wir nun zum absoluten Highlight der Reise aufbrechen würden: Dem Sonnenuntergang im Val de la luna. Wir mussten bei dieser Ankündigung fast schon müde lächeln. Wo, bitte schön sollte denn noch ein Highlight herkommen, dass die bisherigen toppen könnte? Es kam. Zunächst aber durften wir zu Fuß die großartigen Salzformationen des Val del muerte, dem Tal des Todes, und die mondähnliche Oberfläche des Val de la luna, dem Tal des Mondes, erkunden. Ausgerechnet im Val de la luna ging unser Bus kaputt, so dass es zu einer längeren Spontanwanderung kam. UNd einer kollektiven Urangst, im Mondtal elendig zu verdursten und erst Jahre später mumifiziert gefunden zu werden. Zum Glück sind die chilenischen Busfahrer hervorragende Mechaniker!

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Tja, ihr Lieben, und dann kam es, das absolute Highlight. Nachdem wir uns nach einem harten Marsch und Aufstieg die Poleposition zum Sonnenuntergangschauen gesichert hatten, ein paar gut gelaunte Fotos schossen und den Blick schweifen ließen, begann das Farbenschauspiel des weltberühmten Atacama-Sonnenuntergangs. So schön, dass es einem fast schon in den Augen wehtat. Aber schaut einfach selbst!

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3 Wochen Chile: 100 nackte Russen

Wir sind immer noch in der Atacamawüste. Der Wüste der Extreme. In der unglaublich vielseitigen, faszinierenden, wunderschönen Atacamawüste, in der jeder Augenblick eine neue Facette offenbart und man nicht aus dem Staunen herauskommt. In der Atacama, die die trockenste und dann plötzlich wieder die grünste, wasserreichste Wüste ist, in der es Oasen gibt, warme Quellen, ausgetrocknete Todeszonen, Dünen, Lamas, Wasservögel, Kakteen und Salzseen, die ganz und gar ausgetrocknet sind und dann wieder Wasser haben, in dem man leicht wie eine Feder auf dem Rücken treiben kann. Die Atacama. Und da wir gerade von dem „Jeder Tag ein neues Wunder“-Ding sprechen, es gibt dort auch Geysire. Nicht etwa irgendwelche Geysire, sondern die Geysire El Tatio auf 4.200 m Höhe, die ihre Fontänen nur zu Sonnenaufgang in die Höhe spritzen. Jeden Tag. Ja, solche Sachen gibt es. Und ich durfte das erleben. Glückskind, ich altes 🙂

Um  3 Uhr in der Früh erklang der Weckruf und 5 Minuten später saßen 18 todmüde, wortkarge Deutsche+1 österreichischer Reiseführer im Reisebus. Dick verpackt. Von unserem Reiseleiter wussten wir, dass uns „da oben“ Minusgrad-Temperaturen erwarten würden. Eine echte Extremtour. 4.200 m Höhenmeter und Minustemperaturen. Fritz mahnte uns an, die Sache langsam anzugehen, draußen langsam zu gehen und sich ein wenig Zeit zu lassen, sich an Höhe und Temperatur anzupassen. Sag das mal 17 abenteuergeilen Touris 😉 Kaum öffnete der Bus seine Türen, stürzten 17 abenteuerwütige Menschen nach draußen.

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Wow, dachte ich 2 Minuten später. Mir ist ja mal ganz komisch. Eingepackt wie ein Michelinmännchen mit Stirnband, Mütze und Kapuze drüber lief ich draußen ein wenig umher und hatte das schwindelige Gefühl, auf dem Mond zu sein, kaum von der Stelle zu kommen und nur begrenzt atmen zu können. Und kalt war das.  Alter Schwede, war das kalt. Wir staksten ein wenig umher, und dann kam ein winzig kleines Sonne über einen der Berggipfel. Der Sonnenuntergang kündigte sich an. Ganz zart.

 

 

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Und sofort stürzten gefühlte mehrere Hundert Touris aus aller Welt aus den anderen Reisebussen und strömten über die Ebene. War aber nicht schlimm, wir waren ja auch Teil davon! Und dann, liebe Leute, ging es los. Der Wahnsinn. Der absolute Wahnsinn! Aus allen Löchern und Ecken und Enden explodierte die Erde!

 

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Reichlich durchgefroren, aber ganz und gar glücklich trafen wir uns nach einem ausgiebigen Geysir-Check zum Frühstück am Bus wieder. Ihr glaubt gar nicht, WIE gut eine heiße Schokolade schmecken kann. Saugut. Das Frühstücksprogramm hatten übrigens alle Reisegruppen auf dem Plan und man konnte hier ein wenig Nationalitäten-Forschung betreiben. Auffällig waren die Russen. Es war eine sehr große Gruppe. Und alle sangen. Und klopften sich dabei auf die Schultern. Wie in einem Film. Voll das Klischee. So lustig. Irgendwie ein sympathisches Völkchen auf Reisen. Kurze Zeit später trafen wir sie wieder. An den heißen Thermalquellen. Wo sie alkoholisiert und bester Laune unter Abgesang heiterer Lieder umhertollten. Die russische Volksseele 😉

 

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3 Wochen Chile: Atacama – 1 Wüste, Tausend Gesichter

Wer denkt, eine Wüste ist eine Wüste ist eine Wüste, der kennt die Wüste nicht. Ich kannte sie vorher auch nicht. Auch wenn meine persönliche Reise-Weltkarte nicht mehr allzu viele dunkle Flecken hat, wüstenmäßig war ich bislang ein unbeflecktes Blatt. Durch die gängigen Reise-Vorabinfos wusste ich, dass die Atacama die trockenste Wüste der Welt ist und darüber hinaus auch ziemlich rot und dass es dort diesen riesigen Salzsee gibt. Jou, und so halt. Einfach eine riesige, trockene, rote Wüste mit einem gigantischen Salzsee mittendrin.

Noch nicht oft im Leben wurde Frau Katerwolf derart eines Besseren belehrt. Es begann schon mit der Anfahrt vom Flughafen nach San Pedro de Atacama. Verdächtig schnell preschte der Reisebus über die stockdunkle Wüstenstraße, wir, die Insassen saßen halb müde, halb, dank des waghalsigen Tempos, voller dunkler Todesahnungen. Irgendwo mitten in der Wüste hielt der Bus. Fritz, der beste aller Reiseleiter, forderte uns voller Tatendrang auf, auszusteigen. Zieht euch warm an, sagte er. Warm, wieso, ist doch Wüste? Ihr werdet sehen. Na gut. 10 Sekunden später standen wir bibbernd in frostiger Kälte am Straßenrand und hatten Fantasien nach heißer Badewanne und Kaminofen. Die Wüste ist nachts nämlich arschkalt. Aber die Kälte wich ganz schnell einer ungeahnten Begeisterung, als Fritz unseren Blick gen Himmel lenkte. Dorthin, wo derart viele Sterne waren, dass man fast schon blinzeln musste. Unfassbar. Noch nie, nie, nie vorher so viele Sterne gesehen. Und die Milchstraße erst. Wow. Restlos begeistert.

Als wir nach einer weiteren Stunde endlich in San Pedro de Atacama ankamen, waren alle froh, dass sie noch lebten. Außerdem war es in dem Städtchen deutlich wärmer.  Wir checkten ein und gingen zu vorgerückter Stunde zusammen zum nächsten Laden, um Wasser, Wein etc. einzukaufen. Was für eine coole Stadt, war unser erster Gedanke. man fühlt sich wie im Wilden Westen. Oder besser noch: Wie in einer Oase im wilden Westen. Und genau das ist San Pedro auch: eine Oase. In der sich ein ziemlich ilustres Völkchen versammelt hat. Indios und jede Menge ausgestiegene Flower-Power-Kinder und sonstige bunte Vögel.

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So ganz habe ich es immer noch nicht verdaut. Dass es in der trockensten Wüste der Welt so viel Wasser und Grün gibt. Und gleichzeitig eine fast schon unvorstellbare Trockenheit. Fährt man verschiedene Stationen der Atacama ab, wechseln sich eine knochentrockene, lebensfeindliche Landschaft mit grünen Oasen ab, in denen Feigenbäume wachsen. Der Oasen gibt es nicht viele. Aber es gibt sie. Es gibt in der Atacama auch Geysire, heiße Quellen in fast schon tropischem Dschungelambiente, aber dazu später. An unserem ersten Tag in der Atacama, nachdem wir alle begeistert und endlich in Sommerklamotten (YES!) die Straße auf und ab gelaufen waren, ging es zu unserem ersten Tagesausflug. Auf dem Plan standen die Oase Quebrada de Jerez und die weltberühmte Salar de Atacama. Mit großen Augen starrten wir durch das Busfenster eine Landschaft an, die wir tags zuvor nur im Dunklen gesehen hatten. Also gar nicht. Jetzt sahen wir flaches, trockenes, steiniges Land, grenzenlose Weite auf der einen, Bergkulisse auf der anderen Seite. San Pedro de Atacama liegt auf ca. 1750 m und von dort aus geht es meistens nur noch höher hinauf. Bis auf 4200 Meter, aber auch dazu später. Zunächst sahen wir flächendeckend dies:

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und im nächsten Augenblick das:

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Jo mei, was lugt den da aus dem Boden heraus? Ratlose Blicke im Bus in Richtung Fritz. Na, da vorne vor uns liegt die berühmte Oase Quebrada de Jerez, nichts wie raus aus dem Bus und runter in die Schlucht. Einige aus der Gruppe waren schon in diversen Oasen dieser Welt gewesen, für mich allerdings war es die erste. Oasenmäßig war ich bis dato jungfräulich. Während einige also eher abgebrüht durch die Oase stapften, raste ich umher wie ein Kind, das einem Zauberluftballon hinterherjagt. Ich bin jetzt offiziell Oasenfan.

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Es gab am Ausgang auch einen ziemlich abgefahrenen Friedhof.

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Sehr zufrieden stieg ich in den Bus ein und harrte des nächsten Abenteuers, der Salzwüste. Seit ich mich erinnern kann, träumte ich davon, einmal im Leben in der Salar de Atacama die Arme auszubreiten und zu sagen: Ich bin jetzt hier, juhuuu. Und davon, pinkfarbene Flamingos in Salzwasser herumdümpeln zu sehen. 30 Minuten später hatte ich beides. Und war so mit Endorphin vollgepumpt, dass ich mit meiner Begeisterung ein paar Mitreisende nervte. Mir egal. Meine Salzwüste, meine Flamingos.

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Man, man, man, das war schon ziemlich klasse, an diesem ersten Tag. Als wir am Nachmittag müde, glücklich und erhitzt nach San Pedro zurückkamen, strömten wir alle noch ein bisschen ins Städtchen aus und ich erstand auf dem Markt in euphorischer Post-Salar de Atacama-Stimmung eine hinreißende Alpacamütze. Diese und und unsere allgemein gute Stimmung bescherte uns einen wunderbar beschwipsten Tagesausklang 🙂

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3 Wochen Chile: Atacama – die rote Wüste

Nach der fantastischen Wanderung im Huerquehue-Nationalpark war die Stimmung nahezu euphorisch. Bei den meisten jedenfalls. Ich muss aber sagen, dass sogar die mitreisenden, in der Minderzahl befindlichen Spaßbremsen einigermaßen beeindruckt waren und lächelnd in der Gegend herumschauten. Vor uns lag die letzte Etappe unserer Chilereise: 5 Tage Atacamawüste. Am nächsten Morgen sollte es via Flieger von Puerto Montt über Santiago nach San Pedro de Atacama gehen. Atacama. Es war dieses Wort, bei dem im Vorfeld unserer Reise jeder, der weiß, was die Atacama ist, einen träumerischen, sehnsüchtigen Blick in die Augen bekam. Die rote Wüste Atacama scheint für viele ein Traumland zu sein. Zugegebenermaßen auch für mich. Mein Mann hingegen war vor der Reise etwas zurückhaltend und nicht so begeistert bei der Vorstellung, 5 Tage in irgendeiner trockenen Wüste zu verbringen, egal ob sie rot, grün oder blau ist. In der Gruppe herrschte eine Art entspannte Vorfreude. Ganz nach dem Motto: Jetzt haben wir schon so unbeschreiblich schöne Dinge gesehen, da macht es nichts, wenn die Atacama jetzt doch nicht soooo rot und dolle ist. Ein bisschen waren wir uns einig, dass das, was wir bislang gesehen hatten, eigentlich nicht mehr zu toppen sei.Wir sollten eines Besseren belehrt werden!

Ich war der Glückspilz der Woche und ergatterte einen Fensterplatz, auf den ich total heiß war, da wir in den Sonnenuntergang hineinfliegen sollten. Aufgeregt saß ich im Flieger und drückte mir die Nase an der Fensterluke platt.

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Würde die Atacama tatsächlich so aussehen, wie ich sie von Fotos und Filmen her kannte? Ja. Sie sieht so aus. Seht selbst!

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Bei solch einem Ausblick bleibt einem einfach die Spucke weg. Ratzfatz. Ich wundere mich, dass ich nach der Reise überhaupt noch Spucke hatte.   Oder dass mein Herz vor so viel Glück nicht mit einem lauten Geräusch zerriss. Die Atacama sollte Überraschungen für uns bereithalten, die wir wir vorher nicht erwarteten. Aber dazu morgen mehr 🙂

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