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3 Wochen Chile: Boogie-Woogie am Llanquihue

Die Überschrift musste jetzt einfach sein. Warum, erzähl ich euch gleich. Zunächst nehm ich euch aber nochmal mit auf die Weiterreise. Wie bereits gesagt, flogen wir am frühen Morgen weiter nach Puerto Montt und fuhren von dort mit dem Bus nach Puerto Varas, dem Eingangstor zur chilenischen Seenplatte, malerisch am See Llanquihue gelegen. Warum ich in Puerto Varas keine Fotos gemacht habe, weiß ich auch nicht so genau, vermutlich zu faul, aber ich kann euch sagen: Puerto Varas ist mit das schönste Städtchen, das ich (jetzt) kenne. Überall Holzhäuser, der Flair einer alten Siedlungsstadt und dann der Llanquihue. Was für ein prachtvoller See. Riesig. Der größte rein chilenische See. Man steht davor und denkt, das sei das Meer. Tatsächlich liegt in unmittelbarer Nähe der Pazifik, und das sorgte in der Gruppe mehr als einmal für Verwirrung: „Schau mal, der Pazifik! Wie toll!“ „Ja, vor allem, weil es der Llanquihue ist!“. Wahlweise: „Schau mal, wie toll der See ist!“ „“Ja, vor allem, weil es der Pazifik ist!“. Usw. Fritz, unser weltbester Reiseführer, ließ sich keine Gelegenheit entgehen, uns Kostproben seines leicht rabenschwarzen Humors zu präsentieren.

Kaum in Puerto Varas angekommen, ging es schon auf zur nächsten Wanderung, diesmal im Nationalpark Llanquihue. Ihr denkt jetzt wahrscheinlich, ich sei bekloppt, aber als wir erfuhren, dass die Wanderung „nur“ 5 Stunden dauerte, herrschte in der Gruppe eine völlig relaxte Stimmung. „Was, nur 5 Stunden? Easy. Komm schlag ein, brother!“ Das traumhaft schöne chilenische Seengebiet, übrigens die Region der ersten deutschen Besiedlung in Chile, ab Mitte des 19. Jahrhundert, gilt als die regenreichste Region Chiles. Aber es ist immerhin wärmer als in Patagonien. Also Maul halten. Auf der Fahrt zum Ausgangspunkt der Wanderung zog eine tiefgrüne, dschungelartige Landschaft am Busfenster vorbei, hier und da ein Holzhaus, Blütenpracht, fruchtbar bis zum Abwinken alles. Wunderschön!

 

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Als wir aus dem Bus stiegen, herrschte eine ausgelassene Stimmung. Das ist das schöne, wenn man mit einer lustigen Gruppe unterwegs ist. Man hat oft das Gefühl, man ist auf Klassenfahrt, oder im Landschulheim und alle haben nur Quatsch im Kopf. So etwa:

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Aber wie kann es anders sein, bei so einem Reiseleiter:

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Dass heißt jetzt nicht, dass alle Gruppenreisen fröhlich sind. Unterwegs sind wir des Öfteren auf sehr, sehr unspaßige Gruppen gestoßen. Reisen ist ja auch eine ernste Angelegenheit, wo kämen wir denn da hin? Egal, wir jedenfalls hatten Spaß. Mal abgesehen von kleinen Ausfällen mitreisender Spaßbremsen („Für den Spruch musst du aber mal 5 € in die Machokasse zahlen!“ und ähnliches). Aber alles in allem war die Stimmung gut bis ausgelassen, wie man sieht. Wie die jungen Elfen bewältigten wir auch an diesem Tag beachtliche Höhenmeter, ohne zu murren, und stapften munter dem nächsten Gipfel entgegen.

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Und wenn man zwischendurch Anwandlungen in die Richtung „Könnte ja jetzt auch gemütlich irgendwo am Strand liegen. Bin ich bescheuert oder was?“ bekommt, kann man sicher sein, dass einem garantiert jemand begegnet, der noch bekloppter ist. So zum Beispiel eine Truppe Danger-Freaks, oder wie man sowas nennt, die mitten in der Pampa, in Neoprenanzügen und Helmen, Wasserfälle runterschliddert.

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Fast schon entspannt erreichten wir nach 3 Stunden Gekraxel den anvisierten Gipfel und futterten unseren sauber verdienten Mittagssnack. Gebt ihr mir Recht, dass sich das Gekraxel für so einen Ausblick gelohnt hat?

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Irgendjemand musste uns an dem Morgen was in Frühstück getan haben. Kanns mir nicht anders erklären, warum wir (fast) alle hoffnungslos albern waren an diesem Tag. Wie gesagt fast. Denn in jeder Gruppe gibt es lustige Menschen und die eine oder andere Spaßbremse. Wir hatten auch die eine oder andere dabei. Der dazugehörige Gesichtsausdruck trieb meiner Lieblingsfreundin Nele und mir mehr als einmal den Schalk in den Nacken. An diesem Tag besonders. Das kennt ihr doch sicher auch: Man schaut jemanden an, zufällig streift man den Blick eines anderen und merkt sofort: 2 Doofe, ein Gedanke. Und schon geht das Gegagger los. Nele und ich waren das ganz gut drin. So kam es, dass wir angesichts des zutiefst mürrischen Gesichtsausdrucks zweier Mitreisenden einen teuflischen Plan ausheckten. Der hatte etwas mit einem von chilenischen Ureinwohnern verhextem Drehkreuz zu tun, das wir alle passieren mussten und dem Fluch, der einen ereilen würde, falls man mit dem Drehkreuz physisch in Berührung kam. Führt jetzt zu weit, das hier zu erklären. Ich kann nur sagen, wir hatten einen Heidenspaß, wir zwei und ich einen, vermutlich seit meiner Schulzeit längsten Lachkrampf. „Da haben sich zwei Flitzpiepen gefunden,“ grinste mich Nele breit an. das mein ich aber auch 😉

Ermattet aber glücklich, ein typisches After-Wander-Feeling, fuhren wir mit dem Bus zurück, und machten noch einen Abstecher ins idyllische Puerto Montt. Was für ein schönes Hafenstädtchen. Auch hier hat man das Gefühl, dass die Zeit stehen geblieben ist. Wir schlenderten über den Fischmarkt und aßen in einer typisch chilenischen Hafen-Fisch-Pinte zu Abend.

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Nach dem Genuss dieser typisch chilenischen Mahlzeit bekam ich ordentliche Magenprobleme, die schließlich dazu führten, dass ich am nächsten Tag leider einen Vulkan vollkotzen musste. Aber das war erst am nächsten Tag. Zuvor feierten wir noch ein wenig im Hotel in die Nacht hinein. Es gab nämlich eine Jukebox. Alle Scheiben hörten sich an wie My way auf südchinesisch, aber Spaß hatten wir trotzdem. Es gibt in Chile nämlich ein ganz tolles Nationalgetränk. Das da heißt: Pisco Spur. Prost!

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