Beiträge mit dem Schlagwort: Patagonien

3 Wochen Chile: El Mirador del Paine

Wo war ich stehengeblieben? Richtig, in Torres del Paine. Ihr erinnert euch noch an die schöne Wanderung bei stürmischem Wetter und an das kalte Hotelzimmer mit der kaputten Heizung? Dann habe ich jetzt 2 gute Nachrichten für euch: Numero Uno: Die Heizung war repariert und wir verbrachten eine kuschelig warme Nacht. Numero dos: Als wir am nächsten Morgen erwachten, hatten wir Postkartenwetter. Genau so, wie wir alle uns Patagonien vorgestellt hatten. Stahlblauer Himmel, gestochen scharfe Schneegipfel ringsum, klare Luft. Das ist übrigens ein Phänomen in Patagonien, aber auch im restlichen Chile. Das Wetter wechselt unglaublich schnell. Und ist auch absolut wechselhaft und daher für Wanderer nicht ungefährlich. Ein weiteres Phänomen ist, dass man tagelang im strömenden Regen und Kälte umherwandern kann und kaum kommt die Sonne raus und strahlt vom blauen Himmel, zonk ist das schlechte Wetter vergessen und das innere Kind jubiliert: „Was für ein perfekter Tag!“ So war es auch, als wir am Morgen in den Frühstückssaal mit den Panoramafenstern kamen und sich uns dieser Anblick bot:

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In der Gruppe herrschte an diesem Morgen eine „Entdecker-Stimmung“, zumal uns unser weltbester Reiseleiter Fritz bereits am Abend zuvor heiß gemacht hatte, dass uns heute die größte Wanderung der Tour bevorstehen würde: Ein Aufstieg auf den berühmten Mirador del Paine. Eine Wanderung von 7-8 Stunden, unzählige Kilometer galt es zu bezwingen, beachtliche Höhenmeter zu erklimmen. ein bisschen hatte ich Schiss, da ich nicht genau beurteilen konnte, was da jetzt konkret auf mich zukam. Aber zunächst kam eine der schönsten Busfahrten, die ich je gemacht habe. Schaut selbst!P1020097

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Das gute an Wanderungen, die man nicht kennt, ist, dass man vorher nie so GANZ genau weiß, was auf einen zukommt. Das ist auch gut so. Denn wenn dem so wäre, würde man wohl öfters einfach im Bus oder in der warmen Stube oder am Hotelpool sitzen bleiben. Als wir an diesem Morgen aufbrachen, waren wir zwar alle etwas aufgeregt, aber voller Tatendrang. Fritz war als Reiseleiter ein Realist. Danke dafür, lieber Fritz. So verbreitete er vor einer langen, anstrengenden Wanderung keine Lügen, sondern sagte fast schon brutal Dinge wie:“Heute wird es lange, steil und es wird regnen.“  Vor dieser Wanderung sagte er:“Heute wird es anstrengend. Aber es lohnt sich. Wir werden viel Strecke machen, 7-8 Stunden unterwegs sein, wir werden viele Höhenmeter machen, und die letzten 350 Meter gehen wir steil über Geröll bergauf. Wem das zu viel ist, der kann nach dem 1. Drittel eine Alternativwanderung von 3 Stunden machen.“ So ganz geheuer war mir das nicht, aber ich spürte auch den Kitzel der Herausforderung. Los gings!

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Und es ging bergauf, bergauf und dann nochmal ein Stück bergauf. Nach etwa 1 Stunde bergauf beschlossen 2 aus der Gruppe, die Alternativwanderung zu machen. Sofort. „Ach geh ihr Leit,“ grinste Fritz in breitem, österreichischen Dialekt „Jetzt HABTS euch net so. Kommts halt noch a Stückel mit zum Chilenen, machts dort a Brotzeit und entscheidets dann, ob ihr zurückgeht. Zum Chilenen gehts jetzt eine halbe Sunde gemütlich bergab.“ Und auf dem Rückweg wieder bergauf, flüsterte eine Stimme in mir, der ich gleich einen Maulkorb verpasste. Am Chilenen, einer idyllischer Weghütte, angekommen, machten wir eine kleine Vesper, und schon bald blies Fritz zum Abmarsch. 3 beschlossen zurückzugehen, Gatte inklusive, und Fritz nutzte meine Unentschlossenheit aus, um mich zum Weitergehen zu motivieren. Ich fand mich echt mutig, als ich na gut sagte. Und dann ging es weiter, weiter und weiter und höher und bergauf, bergab und immer so weiter, Stunde um Stunde, der Wahnsinn, ich sags euch. Hier und da gab es eine kleine Minirast, bei der man an klaren Bächen und Flüsschen seine Trinkflaschen mit sprudelnd kaltem Trinkwasser auffüllen konnte. Wie im Schlaraffenland.

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Und schon gings wieder weiter. Ich hielt erstaunlich gut mit, merkte jedoch, wie sich langsam ein etwas bleiernes Gefühl in meine Beine einschlich. Als wir nach gefühlten 10 Stunden am Beginn des letzten Aufstiegs standen, war ich mir nicht sicher, ob ich es bis zum Ende schaffen würde.

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„Na komm schon, du Pinguin, den Rest schaffst du auch noch!“ sprach und verschwand vor mir im Wald, der Fritz. Etwa 30 Minuten ging es auf einem schmalen, Waldpfad steil nach oben, über Baumwurzeln und Steine hinweg, ich hatte das Gefühl, bei jedem Schritt schwerere Beine zu bekommen. Es herrschte ein reger Gegenverkehr von Wanderern, die beschwingt und leichtfüssig den Abstieg herunterhüpften und einem aufmunternde Dinge wie „Almost there!“ zuriefen. „Ich kann nicht mehr, Fritz, ich kehr um!“ rief ich plötzlich. „Aber natürlich kannst du noch. Du wirst doch nicht auf den letzten Metern schlapp machen! Komm, ich helf dir, geh einfach neben mir und in meinem Rhythmus. Na los, linker Fuß, rechter Fuß, linker Fuß, rechter Fuß! Und schau auf gar keinen Fall nach oben!“ Seht ihr da oben die Männeken auf dem Foto? Ja, das sind wir, die Helden des Mirador del Paine.

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Und tatsächlich, wie ein linker Fuß, rechter Fuß-Roboter schaffte ich mich Meter für Meter hoch und dann hörte ich Fritz sagen:“So, jetzt kannst du hochschauen, jetzt hast du es geschafft!“ WOW. Der Anblick, der sich mir bot, übertraf meine kühnsten Vorstellungen. Unglaublich!

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Da oben herrschte eine Heldenstimmung. Jeder, der es bis hierher geschafft hatte, ließ sich in Siegerpose fotografieren und staunte ansonsten einfach nur glückselig dieses Gipfelparadies an. Wir blieben nicht zu lange, denn vor uns lag ein langer Rückweg, Stunden bergauf, bergab und wieder ein bisschen bergauf, bergab. Aber das machte nichts. Irgendwie waren alle mit Glückshormonen vollgepumpt, und als Fritz uns aufforderte, im eigen Rhythmus zum Bus zurückzumarschieren, er selbst würde den Schlussmann machen, flogen wir buchstäblich den Geröllhang hinab und riefen den schnaufenden Aufsteigern entgegen „Almost there!“ Bald war ich allein, ein wunderbares Gefühl, ich ließ meine Wanderschuhe fliegen und mein Herz hüpfte in meiner Brust herum wie ein junger Vogel. Irgendwann verlor ich das Zeitgefühl und spürte einfach nur meine Beine, die liefen und liefen und ich fühlte mich leicht und frei. „NICHT am Chilenen ausruhen, hörts ihr? Wenns euch ausruht, stehts nie mehr wieder auf!“ gab uns Fritz vor dem Abstieg mit auf den Weg. Tatsächlich schienen mich meine Beine buchstäblich auf die sonnigen Holzbänke zu ziehen wie Magneten, als ich am Chilenen ankam. Aber tapfer widerstand ich der Versuchung und machte nur ein paar Fotos.

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Die größte Herausforderung der Strecke folgte stehenden Fußes. Der staubige, schier endlose Anstieg vom Chilen hoch. Vorher erfolgreich verdrängt, lag er nun vor mir wie ein Schreckgespenst. Ich war allein. Also ließ ich meiner schlechten Laune freien Lauf und bewältigte den letzten Anstieg unter Gebrauch meines gesamten Schimpf-Vokabulars. Und ich sag euch, das ist beachtlich. Was solls, wenns hilft! Irgendwann war ich dann oben. Erleichtert schaute ich ins Tal hinab, nun lag nur noch ein wunderbarer Abstieg vor mir, irgendwo im Tal stand der Bus, und mit mir passierte etwas Sonderbares. Von irgendwoher kam ein Powerschub, den ich so noch nicht erlebt hatte. Ich sauste regelrecht mit Riesenschritten an allen vorbei dem Tal entgegen. Sachen gibts. Einmal blieb ich aber stehen. Sachte drehte ich mich, den Blick auf den Gipfel gerichtet, von dem ich gerade kam und dachte daran, dass ich im Jahr 2010, nach meiner schweren Erkrankung in einer Verfassung war, dass ich mich nur mühsam um den Block schleppen konnte. Und jetzt, 3 Jahre später, habe ich diese Wanderung geschafft. Das Leben ist und bleibt ein wunderbares Abenteuer.

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3 Wochen Chile: Das Wandern ist des Müllers Lust

Wo war ich stehengeblieben? Richtig, kaputte Heizung, kalte Nacht. Aber ich sag euch, Aktiv- bzw. Trekkingreisen zu buchen, hat einen enormen Vorteil. Man trifft in der Regel auf sportliche, unkomplizierte Zeitgenossen, die gruppentauglich sind und nicht wegen jeder Lapalie ein Mordstheater veranstalten. Schlechtes Wetter? Gibt es nicht. Gibt nur falsche Kleidung. Zu heiß? Egal. Zu Hause ist es dann meist kalt. Hotel nicht schön? Egal, Hauptsache Dach über dem Kopf und Bett zum Schlafen. Essen schmeckt nicht? Auch wurscht. Hauptsache was im Bauch. Nervige Mitreisende? Och jo, in der Gruppe findet sich sicher jemand, mit dem man über betreffende Person wunderbar abtratschen kann.

Sagte ich eben Trekkingreise? Haben wir echt eine Trekkingreise gemacht? Jou, man, haben wir. Ohne unser Wissen. Sowas kommt vor, wenn man sich im Vorfeld die Reiseunterlagen nicht wirklich gründlich durchliest und im Kopf „das bisschen Wandern wird doch wohl zu machen sein“ abgespeichert hat. Dann wird man eines Besseren belehrt. Und trekkt. Trekkt sowas von. Hat die falschen Klamotten dabei. Leiht sie sich zusammen. Und dann wird alles gut und hinterher kann man beiläufig in den Raum werfen, dass man eine Trekkingreise gemacht hat. In den Anden. Jawoll ja.

Aber zurück zu besagtem Morgen. Leicht schlotternd saßen wir im Frühstücksraum und schauten durch die Panoramafenster in den Regen. Tja. Da hilft nur Fritz`morgendliche Motivationsrede, ganz nach dem Motto: „Schauts, heut wandern wir. Im Vale de Frances. Die Wanderung wird etwa 5 Stunden dauern. Ziehts euch warm an. Ziehts euch Regensachen an. Es wird heute nass.“ 15 Minuten später saß eine bis an die Zähne mit Trekkingklamotten bestückte Truppe im Bus, zu allem bereit. 

Zum Ausgangspunkt der Wanderung ging es mit der Fähre.

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So sieht übriges ein glücklicher, trockener, warmer wander-Katerwolf aus:

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Der Nationalpark Torres del Paine ist ein Traumziel für Trekker aus der ganzen Welt. Viele machen ein mehrtägiges Trekken, so richtig mit Zelt und Rucksack durch die Gegend schleppen. So kommt es, dass man dort viele wanderlustige Hardcore-Truppen trifft, die meiner Meinung nach nicht beneidenswert sind. Beim Anblick des Basislagers einer solchen Truppe, der windgepeitschen Kugelzelte im kalten Regen, gewinnt auch ein ungeheiztes Hotelzimmer an Charme 🙂

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Unsere erste Wanderung hatte es in sich. Gar nicht mal ob der Distanz und Höhenmeter, vielmehr forderte uns das anstrengende Klima einiges ab. Böiger Wind, Regen, Temperaturen um die 6 Grad. Würde ich so etwas freiwillig zu Hause machen? Nö. Aber Gruppendynamik und sanfte Arschtritte seitens des Reiseleiters machen so etwas möglich. Und siehe da: Auf einmal, angesichts der überwältigenden Landschaft und des stürmischen Wetters, bei dem einem Worte wie  Naturgewalten, Urgewalt, schroff, abweisend, überwältigend, fantastisch in den Sinn kommen, machte es im Hirn plötzlich klick und wir waren angekommen. In Chile. Im fernen Patagonien. Irgendwo da, am Ende der Welt.

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Hier seht ihr eine prachtvolle Magelangans:

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Unsere erste Wanderung war insgesamt toll. Toll. Toller. Am Tollsten. Trotz eines konstanten, eher strammen Tempos gab es genug Zeit zum Innehalten, Staunen, Fotografieren, Müsliriegel verdrücken und sich untereinander ständig, wie die Affen, zuzurufen: „Ist das nicht absolut überwältigend und fantastisch?“ Ist es. 

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Am Abend saß eine sehr müde, sehr glückliche Gruppe vor diversen Flaschen Rotwein 🙂

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3 Wochen Chile: Fantastisches Torre del Paine

Es geht doch nichts über die richtige Reisebekleidung – egal, ob man sie sich ausgeliehen hat oder sein eigen nennt. Ich jedenfalls sah der Weiterreise nun deutlich entspannter und heiterer entgegen. Auch das immer noch eher trübe Wetter machte mir nichts aus, denn ich bekam eine Ahnung davon, wie das Wetter in Chile ist. Im Sommer. Es regnet viel. Das ist einfach so und man gewöhnt sich dran. Vor allem, wenn einem der liebste Reiseleiter der Welt seine eigene Regen-Überhose ausleiht. Außerdem ist es überwiegend frisch bis kühl und ziemlich kalt. Auch daran gewöhnt man sich. Vor allem dann, wenn man, dank der lieben Mitreisenden Nele, einen kompletten Satz warmer Skiunterwäsche griffbereit hat. Und mit nagelneuen, wasserdichten Wanderschuhen an den Füßen fühlt man sich gegen alles, was nass von oben und unten kommt, bestens gewappnet.

Frohgemut ging es am nächsten Morgen in Richtung des weltberühmten Nationalparks Torres del Paine los. Ein bisschen hatten wir alle darüber gelesen, ein paar Fotos und Berichte von diesem wohl schönsten Teil Patagoniens gesehen, und entsprechend groß war die Vorfreude. Die Busfahrt verlief gut gelaunt, vor allem, nachdem ich mir unterwegs ein Pinguin-Stirnband gekauft hatte, dass bei der Gruppe bestens ankam.

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Die lange Busfahrt bot Gelegenheit, sich durch das Busfenster einen Eindruck von der patagonischen Landschaft zu verschaffen. Und die ist wirklich famos. Diese Weite! Und überall schneebedeckte Berge. Die schroffe und wilde Landschaft hat etwas Fremdes und absolut Faszinierendes. Ich lehnte mich im Bussitz zurück, ließ das Neue an mir vorbeiziehen und fing an, in dieses Land einzutauchen. Wir sahen Kondore. Viele Kondore! Wir sahen Guanakos und Gauchos. Wilde Flüsse, tosende Wasserfälle, hohe, schneebedeckte Gipfel und unendlich weite, grüne Wiesen. So viel Landschaft auf einmal, das hatte ich bislang noch nirgends gesehen.

 

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Fritz, unser Reiseleiter, jagte uns nicht per Bus von einem zum nächsten Übernachtungsort, sondern legte viele Stopps ein, ließ uns aussteigen, Fotos machen, schauen, so konnte man sich immer ein Stückchen mehr mit allem vertraut machen. Als wir am Ende eines langen Tages in unserem Hotel im Nationalpark Torres del Paine ankamen, war ich bis zum Anschlag voller neuer Eindrücke. So sollte es mir und uns übrigens die ganze Reise über gehen. So viele neue und wunderbare Eindrücke jeden Tag. Ich glaube, es verging kein Tag, an dem ich nicht dachte oder sagte: „Das ist einfach unglaublich hier. Wie kann etwas nur so schön sein. So etwas habe ich noch nie gesehen!“. So ist Chile, kann ich euch sagen. Jeder Tag hält dem Reisenden Überraschungen bereit, und ehrlich, das Wetter gehört zu Chile, dieser rauen, wunderbaren Schönheit, einfach dazu. Unsere Unterkunft war toll. Das Bild zeige ich euch aber hier noch nicht, denn 2 Tage später sollten wir endlich in den Genuss eines makellosen, tiefblauen Himmels kommen, und unter dem sah das alles viel schöner aus. Ihr müsst euch also noch ein bisschen gedulden. Fürs erste waren wir zufrieden, angekommen zu sein und eine warme Mahlzeit und größere Mengen guten Rotweins genießen zu können. Letzteres erwies sich auch als notwendig, da in einigen Zimmern (z.Bsp. in unserem) die Heizung kaputt war und wir eine sehr kalte, ungemütliche Nacht verbrachten. Ich sag euch, die kalten Nächte in Südchile fördern eindeutig die körperliche Nähe in der Partnerschaft, und ich war ausnahmsweise dankbar für die hohe Körpertemperatur meines Mannes. Leider zog ich mir in dieser Nacht eine ordentliche Erkältung zu, die ziemlich an meinen Kräften zehrte, dank eines chilenischen Erkältungstrunks (Wick Medinait hoch 10) aber nach 2 Tagen wundersam verschwand.

Am nächsten Morgen brachen wir zu unserer ersten, großen Wanderung ins Vale Frances auf. Bei beeindruckend schlechtem Wetter. Warum die Wanderung dennoch einzigartig schön war, erfahrt ihr dann morgen. Ich bin gemein, gell, aber freut euch schon mal auf die tollen Fotos morgen 🙂 UND: Einen superguten Rutsch wünsche ich euch allen!!!!

 

 

 

 

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3 Wochen Chile: Alles Trekking oder was!?

HI ICH BIN WIEDER DA!!!!! Zurück aus Chile bin ich zwar schon 3 Wochen, aber ich bin jetzt erst wieder hier, in Bloghausen. Tatsächlich musste ich eben diverse falsche Passwörter eingeben, bis ich richtig war, so lange war ich also weg. Seit meiner Rückkehr jagte gleich ein Ereignis das andere: Eltern krank, neuer Chef, verwaiste Hunde, verwaistes Pferd, und so vieles mehr, und dann Weihnachten mit all dem verbundenen Trubel. Aber ich glaube, hier wartet die oder der andere schon sehnsüchtig auf meinen Reisebericht. Und daher will ich euch nicht länger auf die Folter spannen!

Chile war schon so viele Jahre in unseren Köpfen – als ein Ort, wo wir unbedingt mal hinmüssen. In meinem Kopf war Chile ein Sehnsuchtsort 1. Klasse, mit schneebedeckten Vulkanen, Anden, wohin das Auge blickt, klare Seen und Flüsse, kreisende Riesen-Kondore, Pinguine, Lamas, Rotwein, rote Wüste und über allem Patagonien, das ferne, wunderbare Patagonien. Und soll ich euch was sagen? Stimmt alles. Mit dem Unterschied, dass dieses Land unsere Erwartungen noch bei Weitem übertraf. Am letzten Tag, als wir einen letzten Blick über die Atacamawüste schweifen ließen, sollten wir resümieren: „Wenn man Chile nicht sieht, bevor man stirbt, hat man etwas versäumt!“

Die letzten Wochen bis zum Abflug verging indes so schnell, dass wir erst auf den allerletzten Drücker Koffer packten und auch die Reiseunterlagen nur flüchtig lasen. Wir orientierten uns an der Vorgabe 1-2 Wanderstiefel, und das musste doch zu machen sein! Es war unsere dritte Reise mit einem auf Aktivreisen spezialisierten Reiseanbieter, von dem wir wussten, dass die Reisen eher sportlich, aber auf unterschiedliche Konditionsverfassungen zugeschnitten waren. 1-2 Wanderstiefel? Kein Problem. Auch die Klimatabelle wurde nur kurz geprüft, und was im Hirn ankam, war die Info: Im November ist in Chile Sommer. Punkt.

Dass wir möglicherweise etwas falsch lagen, wurde uns bewusst, als wir am Flughafen in Santiago de Chile nach einem langen, anstrengenden Flug auf unsere Reisegruppe trafen. 14 sportliche, in Trekkingklamotten gehüllte Menschen blickten uns entgegen. Öhm. Mein Mann und ich schauten uns an, und stellten kurzerhand fest: „Wenn das unsere Gruppe ist, haben wir falsch gepackt!“ Was sich schon bald als Wahrheit herausstellen sollte. Aber dazu später. Zunächst einmal waren wir mit „Hallo, ich bin die soundso“ beschäftigt, und damit, sich einen ersten Eindruck zu verschaffen. Alle nett. Kein Arschloch-auf-den-ersten-Blick dabei. Heimliche Erleichterung. Unser Reiseführer, ein dynamisch umherwuselnder Österreicher in Khaki und Sandalen, den ich hier mal Fritz nenne, war erstmal ein wenig gewöhnungsbedürftig.  Es dauerte aber 1 Tag, bis wir ihn ins Herz geschlossen hatten. Ein Insider, der seit 16 Jahren in Südamerika lebt, über ein enormes Wissen über Land und Leute verfügt, einen herrlich trockenen Humor sein Eigen nennt und für jeden jederzeit, und das meine ich wirklich, DA war. Ich hätte einige aus der Gruppe streckenweise auf dem Parkplatz vergessen. 14 Leute können, auch wenn sie noch so nett sind, nerven. Fritz, we love you!

Kurz darauf waren wir in unserem ersten Hotel in Santiago de Chile, schleppten die Koffer aufs Zimmer, um direkt im Anschluss wie die Schlafwandler durch Santiago zu laufen, immer Fritz hinterher, wie die Schafe, und um 18 Uhr lokaler Zeit lagen wir im Tiefschlaf in unseren Betten. Denn bereits um 3 Uhr früh sollte das wahre Abenteuer beginnen: Der Weiterflug nach Punto Arenas, down in Patagonien.

Hey, wo sind die ganzen Bilder? Keine Angst, es kommen noch viele, viele Bilder. Ok, will ich mal nicht so sein. Hier schon mal eins 🙂

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