Beiträge mit dem Schlagwort: Hund aus Türkei

Hundesalat

Boah, BIN ich müde heute, geht euch das auch so? Ich wollt noch ein bisschen über meine Hundemeute quatschen. Dachte mir, einige von euch haben defizitären Hundestau 😉 Das kleine Joschilein, mein altes, wuscheliges Tibet-Terrier-Rauhbein ist trotz seiner 12 Jahre topfidel. 2013 war nicht ja so sein Jahr, nachdem wir ihm einen Hormonchip haben verpassen lassen (wegen Dauer-Notgeilheit), baute er zusehends ab. Wurde erst fett, dann schlapp und depressiv. Dieses agile, kämpferische Bürschchen hatte irgendwie keinen Bock mehr. Weder auf Mädels, noch auf Spaziergänge, nicht mal auf lohnenswerte Kämpfe, nein, das Einzige, was ihn interessierte, war sein Fressnapf. Auch mit dem Pferd ins Gelände mitkommen, was bei ihm eigentlich unmittelbar nach Gott kommt, wollte er nicht mehr. Im Sommer lag er nur noch drinnen im Schatten. Wir dachten schon, es sei sein letzter Sommer und ich beobachtete ihn sorgenvoll und mit feuchten Augen. Und dann, urplötzlich, letztes Jahr im späten September, beschloss er, wieder mit dem Pferd mitzukommen.  Die ersten 3-4 Mal watschelte er mir wie eine Ente hinterher, aber dann, TURBO, im Galopp mitrasen und alles. Er nahm auch wieder etwas ab. Und toitoitoi ist er bis heute fit, mitunter sogar fit wie ein Turnschuh, spielt, rast herum, springt. Ich liebe ihn einfach, diese treue Seele, meinen besten Kameraden, der morgens vor dem Badezimmer auf mich wartet, nachts zu mir ins Bett kommt und mich mit Zähnen und Klauen beschützt, wenn ich krank bin. Ein paar Kämpfe hat er seitdem auch wieder hingelegt. Vor 3 Monaten meinte er sich mit einer doppelt so großen, dominanten Australien Shephard Hündin anlegen zu müssen, was ihm zwei beeindruckende Löcher in der Flanke und einen schmerzhaften Tierarztbesuch einbrachte. Und heute musste er unbedingt am gleichen Stein rumschnüffeln, an dem schon ein Rottweilermix herumschnüffelte, den er dann sinnvollerweise versuchte, wegzuknurren. Sagen wir es mal so: Zum Glück hatte ich meinen Regenschirm dabei, mit dem ich beherzt auf den Rottweiler eindrosch, bis er Joschi wieder ausspuckte. Das Herrchen war übrigens beleidigt.

Kayra, unser süßer Türkeiimport ist jetzt 2. Sie ist entzückend. Sie und Joschi sind wie Pech und Schwefel. Wehe, einer von ihnen kommt in Bedrängnis, schon naht Unterstützung. Kayra ist schnell wie der Wind, alles deutet auf einen Anteil Windhund in ihr hin. Und sie ist ein kleines Raubtier. Raubtier+Windhund=Jagderfolg. Ein Eichhörnchen musste bereits daran glauben. Aber dabei blieb es bislang, denn sie lässt sich hervorragend abrufen. Obwohl, ein kleiner aus dem Nest gefallener Vogel, den Joschi aufspürte und den er mit den Pfoten ein wenig herumschupste, ist jetzt in ihrem Magen. Teamwork. Kayra ist sehr verspielt und liebt es, mit anderen Hunden wild und heftig Fangen zu spielen. Auch einem Sprung ins Wasser ist sie nicht abgeneigt. So groß, wie sie im im Austeilen von wilden Spielanremplern ist, so klein ist sie im Einstecken derselben. Jault sich dann zu Tode und klemmt sich einem zwischen die Beine. In letzter Zeit erprobt sie ihre Stärke, aber ohne Aggression. Ihre anfängliche Aggression Fremden gegenüber, die uns eine längere, besucherfreie Phase einbrachte, ist Gott-sei-Dank vorbei. Sie stellt niemanden mehr vor der Toilette, bis er Hilfe ruft, schleicht sich nicht mehr von hinten an und zwickt in die Waden und unsere Putzfrau ist jetzt auch ihre Freundin. Sie entwickelt sich langsam zu einer Schmusebacke. Es war wohl doch die Unsicherheit und Angst, die sie anfangs umtrieb.

Ich habe hier noch ein paar schöne Fotos von meinen süßen Hundis:

Bettelhundi

 

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KayraWasser1

 

KayraWasser2

 

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Katerwolfs Update

Ich hab euch nicht vergessen, ich bin nicht klammheimlich ausgewandert, ich habe keinen Krebsrückfall bekommen und bin spontan verstorben, ich habe nicht weitere 10 Hunde adoptiert und bin ihre Sklavin geworden, nein, ich habe nur ein kleines Päuschen eingelegt. Von 2 Monaten, wie mich meine liebe Blogleserinfreundin Brigitte kürzlich erinnerte. Danke euch allen lieben Lesern, dass ihr mich in letzter Zeit zaghaft daran erinnert habt, dass ihr gerne mal wieder meine Blogeinträge lesen würdet 🙂

Die Zeit ist eine Schere. Rast dahin. Man will ein bisschen verschnaufen und sich auf ein Bänkchen setzen und wenn man wieder aufsteht, sind 2 Monate vergangen. Obwohl, das mit dem Bänkchen, das ist bei mir so eine Sache. Wer mich kennt, hat bei dieser Metapher vielleicht ein wenig amüsiert die Augenbrauen hochgezogen und sich im Stillen gedacht: „Bänkchen? Katerwolf? Na, die ist doch eher im ICE unterwegs!“

Stimmt.

Aber genug der Vorrede, es wird mal wieder Zeit für ein Update! Die letzten 2 Monate waren turbulent. So viel passiert. Anfang April sind wir kurzentschlossen für 1 Woche nach Ägypten geflogen. In einen Club. Die Sehnsucht nach Meer, Sand, blauem Himmel, Rundum-Verwöhnprogramm und süßem Nichtstun war einfach verlockend. Aber wisst ihr was? So richtig toll war das nicht. Leider flog ich schon erkältet los und schleppte mich die Woche eher matt als flott durch die Gegend. Ich wollte eigentlich alles mögliche unternehmen im Urlaub. Bisschen Yoga, Segeln, Tauchen…Die Erkältung machte mir jedoch einen Strich durch die Rechnung und so verbrachte ich die Woche lesend unterm Sonnenschirm. Aber das Schicksal wird sich schon was dabei gedacht haben. Wenigstens habe ich, am Pool, in der Chill-Out-Zone, spontan an einem Apnoe-Schupperkurs teilgenommen. Apnoe, auch Freediving, heißt: Tauchen ohne Schnorchel, Maske, Flasche, nur mit einer großen Flosse. Einmal Flipper sein, wer träumt schon nicht davon! Außer mir nahmen noch 3 männliche Ehrgeizlinge teil. Beim ersten spontanen Luftanhalten schaffte ich 20 Sekunden, und während ich danach ein wenig in der Gegend herumschaute, hielten die 3 Apnoe-Helden so lange die Luft an, bis sie blau anliefen. Am Ende waren es 3 Minuten. Nach weiteren 2 Durchgängen war ich bei stolzen 80 Sekunden. Die 3 Möchtegern-Flipper sitzen vermutlich immer noch am Pool und halten die Luft an.

Auch sonst kam ich im Urlaub nicht so richtig in Fahrt. Weiß auch nicht warum. Sicher, die Erkältung, aber eine Rolle spielte wohl auch das sehr spezielle Klientel der Clubanlage: Neben benannten Ehrgeizlingen, die unzähligen gestählten Pilates-Elsen mit Waschbrettbauch, Dauerjogger (auch mit Waschbrettbauch), Power-Surfer (dieser Waschbrettbauch!) und wo man hinschaute zumbate jemand herum. Pffft. Zumba! Zumba! Wenn man nicht so gut rauf ist, können einem unkoordinierte Zumbatänzer (hier meist Wampe statt Waschbrettbauch), die zu ohrenbetäubender Musik asynchron ihre Gliedmaßen bewegen, ziemlich auf den Sack gehen. War halt nicht so meine Woche. Vielleicht war es auch keine gute Idee, zu beschließen, just im Urlaub Vegan zu werden. Das brachte mir eine recht einseitige Ernährung (Blumenkohl) ein und am abendlichen Wir-Sind-alle-eine Familie-Gruppentisch die eine oder andere Verstrickung mit militanten Fleischessern:“ Isst du KEIN Fleisch? Warum? Also ich liebe Fleisch am liebsten, wenn es auf dem Teller noch MUH macht!“ Ich revenchierte mich mit lebendigen Schilderungen von Kakerlaken-im Knusperteig-Festmahlen in Mexiko, damals, als ich noch mit dem Rucksack herumreiste. „Rucksack?“ „Igitt!“ „Wir fahren schon in der 5. Generation in diesen Club.“ *von oben herab anschau*

Was gab es noch. Einen neuen Chef. Mister Speedy Gonzales. Der mich mega auf Trab hält. Uff.

Das liebe Viehzeug. Einer süßer wie der andere. Joschi, mein mittlerweile alter Tibet-Terrier-Herr hat einen Energieschub. Kayra, unsere türkischer Strandhund-Findling, die sich als Windhund-Jagdhund-Mix entpuppt hat, ist jetzt 2 und probt das Erwachsensein. „Hey, du Zottel da vorne, komm du mir da her! Isch rempel disch an, ey, du!“ Chikita, die kleine, aus der andalusischen Tötung stammende Chihuahua-Mops-Hündin meiner Eltern, genannte „Die Granate“. Und ab und an Honey, unser Ferienhund, eine Retrieverhündin, die uns liebt und mit Vorliebe in Flüsse springt und versucht, bis zum Meer zu schwimmen. Und natürlich Lola, meine gute, alte Oldenburger Stute, die im April 21 Jahre alt geworden ist und ein wenig in die Jahre kommt. Aber sie wird nach wie vor gerne geritten und liebt es, über die Felder zu galoppieren. Flankiert von Kayra und verfolgt von Joschi.

Das Rudel Kayra, Chiki, Honey  und Joschi (abgehoben)

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Apropos Reiten: Es gibt Wunder. Von einem Wunder will ich euch kurz erzählen. Mein Gatte, der bislang Angst vor Pferden hatte und meine Pferdesucht nicht mit mir teilte, reitet. Ihr lest richtig: reitet. Letztes Jahr haben wir einen kleinen Deal gemacht. und mein Mann willigte ein, dieses Jahr ein Reiter-Schnupperwochenende „Reiten lernen im Gelände“ mit mir zu machen. Ich habe mit allem gerechnet, nur nicht damit, dass ein bislang gänzlich unerkanntes Reittalent in ihm schlummerte und, dass es ihm Spaß machen würde. Jetzt nimmt er Reitstunden auf good old Lola und nächste Woche gehen wir zusammen ins Gelände. Jiiieeehaaaaa 🙂 Ich werde berichten.

Beweisfoto: Mein Mann reitet 🙂

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Auch von unserer Vegan-Challenge, die wir seit 4 Wochen machen, die ziemlich überzeugend ist und meinem Mann bislang 8 Kilo weniger auf der Waage gebracht hat, werde ich berichten. Yesss.

So, ihr Lieben, hier mal ein Punkt, sonst wird das ein Roman, ich hoffe, euch geht es allen gut und freue mich aufs „Wiederlesen“ mit euch. Bis bald!

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Kleine Hundewurst

Hier ist sie, die kleine Hundewurst 🙂 Namens Chikita, genannt Chiki, Chika, Chikili, Chikitinchen. Vater Mops, Mutter Chihuahua. Ich finde, man sieht beides. Ein richtiger Sonnenschein, immer gut gelaunt, im Herzen eine große Entdeckerin, völlig angstfrei, sehr mutig und vertrauensvoll und unglaublich lieb. Sie ist aus Spanien, aus der Tötungsstation und über den Tierschutz vermittelt. Seit 4 Wochen ist sie jetzt in unserer Familie und nun 5 Monate alt. Sie ist bereits eng mit Kayra, unserer kleinen Türkin, befreundet, die beiden lieben sich heiß und innig. Joschi, der alte Scherge, ist not very amused, aber gnädig. Ab und an darf sie ihm die Schnauze lecken. Kurz. 🙂

 

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Chiki und Kayra, very much in love.

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Joschi (beleidigt)

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Chiki, die Spülhilfe

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Gasthund und beleidigte Stammhunde

Wir haben seit gestern Abend für 1 Woche einen Gasthund. Luna, eine stattliche Golden-Retriever-Hündin. Kayra, unsere 1 1/2-jährige, türkische Mitbringselhündin (ARME, herrenlose Strand-Straßen-Mausiputzi-Hündin) offenbart völlig neue Seiten. Ihre Aas-Seite: Alles hier ist meins. Mein Teppich, meine Lampe, meine Küche, mein ALLES. Joschi, unser wuscheliger, schwarzer Tibet Terrier, mittlerweile ein älterer Haudegen, ist einfach nur beleidigt. Luna ist ständig gut gelaunt, läuft schwanzwedelnd durchs Haus und will Liebe. Kayra bewacht sie auf Schritt und Tritt und flüstert ihr ins Ohr: „Alles meins!“ Joschi kotzt das an.

Gestern hat Kayra demonstrativ in Luna´s Sichtweite auf den Teppich gepinkelt, im Garten ein Riesenloch gebuddelt und ihr Fressen binnen weniger Sekunden verschlungen. Luna ist aus dem Garten ausgebrochen und hat 2 Jungs den Fußball geklaut. Außerdem ist sie mit ihren 40 Kilo bereits mehrfach auf meinen gebrochenen Zeh gestiegen. Joschi ist beleidigt.

Hier ist es gerade sehr lustig. Aber es wird. Eigentlich sind Kayra und Luna gute Freundinnen. Kayra muss allerdings noch etwas an ihrer Gastfreundschaft arbeiten. Draußen spielen Kayra und Luna, wetteifern im Hören und mobben im Duo andere Hunde, Eichhörnchen und Fahrradfahrer. Joschi trottet beleidigt hinterher und knurrt alles an.

Jetzt liegen sie hier alle zu meinen Füßen und schmachten mich an. Die süßen Spacken 🙂

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Kleine Foto-Love-Story

Joschi ist nun schon 11. Ein stattliches Hundealter. Als waschechter Tibet Terrier hat er aber Chancen, ein Methusalem zu werden, denn Tibet Terrier werden gerne auch mal 18. Und Joschi wird 100. Weil ohne Joschi, das geht gar nicht. Einfach nicht dran denken *wegzauber*. Ab und an hat Joschi seine Einbrüche und will nicht spazieren gehen, nicht mit ausreiten, einfach nur vollgefressen unterm Tisch liegen und alles wegknurren, das ihn in irgendeiner Art beanspruchen will. Meist aber ist er fit wie ein Turnschuh.

Kayra, unser 14 Monate alter Türkei-Import bringt ihn auf Trab. Ok, manchmal nervt sie ihn. Einfach nur, weil es sie gibt. Aber Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft, und Joschi ist ein sehr ehrgeiziger Hund. Der Kayra mittlerweile heiß und innig liebt. So grauenhaft er den Neuzugang am Anfang auch fand, so sehr liebt er ihn mittlerweile. Ein Arsch und eine Backe die beiden.

 

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Das absolute Highlight ist nach wie vor der gemeinsame Ausritt mit Lola, meiner mittlerweile auch schon 20-jährigen Stute. Die immer noch flott unterwegs ist. Joschi geht nicht mehr jeden Ausritt mit, ab und an bleibt er neuerdings im Stall und wartet auf uns. Mit hochgerecktem Kopf und gespitzten Ohren sitzt er am Auto und schaut in die Ferne. Wartet. Gestern kam er mit. Kayra freute das sehr. Sie, die in den letzten Monaten eine tolle Kondition aufgebaut hat, fühlt sich ohne Joschi immer ein bisschen verloren. Und ob ihr es glaubt oder nicht, Lola weiß ganz genau, ob nur 1 Hund oder beide Hunde dabei sind. Bleibt einer zurück, wird gewartet, der Hals nach hinten verrenkt, ich denke sie ist ein Hütepferd 😉 Gestern marschierte Joschi motiviert mit, galoppierte  im Trab und Galopp munter mit, das eine oder andere Mal sogar vorneweg.

 

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Wir wurden durch prachtvolle Spätsommer-Ausblicke belohnt.

 

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Es sind dies die Momente, in denen mein Herz vor lauter Glück schier überfließt. Gibt nichts Schöneres. Auf dem Pferderücken, meine 2 Hundis um mich, vor den Augen schöne Ausblicke. Dann ist alles gut.

Joschi ließ es sich nicht nehmen, als 1. im Reitstall einzulaufen, stolz wie Caesar. Er liebt das. Kayra sieht das gelassen, trabt entspannt hinterher und lässt ihm den Ruhm. Und so sehen müde und zufriedene Hunde nach dem Ausritt aus:

 

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Charles

Seit gestern sind wir um ein Familienmitglied reicher: Charles. Charles ist seiner Gattung nach ein Roboter. Genauer gesagt ein Rasenmähroboter. Ich liebe Charles. Ich muss jetzt nämlich nicht mehr Rasen mähen. Vielmehr kann man nun gemütlich bei einem Gläschen auf der Terrasse sitzen und zuschauen, wie Charles fast geräuschlos und unglaublich effizient den Rasen mäht. Das hat etwas ungemein Befriedigendes. Mein Mann hat Charles gestern beigebracht, wo er überall mähen soll, woraufhin Charles zunächst das ganze Grundstück abfuhr und kartographierte und alles brav speicherte. Es war irgendwie entzückend, ihn zu beobachten, wie er forsch in Löcher (von Kayra, unserem türkischen Neuzugang, Marke Strandhund, ausgebuddelte, wohlgemerkt) fuhr und stecken blieb, wie er gegen diverse andere Gegenstände stieß, z. Bsp. Büsche, Liegestühle und Bäume und dann jedesmal stehenblieb. Man konnte förmlich sehen, wie es in ihm arbeitete, bevor er schließlich das Hindernis als solches erkannte und weiterfuhr. Wenn Charles müde ist, fährt er brav zu seiner Ladestation, lädt sich auf und fährt dann frisch geladen wieder los. Mein Mann liebt Charles auch. Gestern Abend lief er ihm den ganzen Abend hinterher, wie einem Hundewelpen, der Laufen lernt, sah ihm zu, hob ihn geduldig aus Kayras Buddellöchern, verstopfte die Buddellöcher mit Tannenzapfen (die Kayra wieder herausholte) und holte ihn unter Büschen hervor.

Irgendwann hatte Charles den Plan im Sack und fing an zu mähen. Wow. SO kriegt bei uns keiner den Rasen gemäht. Fleißig mähte er geräuschlos die Nacht hindurch. Heute Morgen fanden wir Ihn im hinteren Teil des Gartens, unter einem Busch, völlig erschöpft. Er muss hängengeblieben sein, der Arme, man mag sich gar nicht vorstellen wollen, wie er die halbe Nacht, bis zur Erschöpfung, mit dem Hindernis gekämpft haben muss, bevor ihn die Akku-Kräfte verließen. Schnell setzten wir ihn heute Morgen in die Ladestation. Ihr glaubt es nicht: Kaum 15 Minuten später fuhr er schon wieder los und mähte schnell das letzte Quadrat, das er nachts nicht geschafft hatte. Wir lieben Charles.

Andere Bewohner des Hauses sehen das anders. Joschi und Kayra zum Beispiel. Joschi, unser wuscheliger Tibet Terrier, hat bekanntermaßen Angst vor Stubenliegen, Plastiktüten und eigentlich vor Allem, wenn man es Geräusche machend auf ihn zubewegt. Fernbedienungen, Gabeln, Kissen, egal, nimm es nur in die Hand, beweg es auf ihn zu, mach dabei *bsss bsss bsss* Geräusche, und schon verwandelt sich Joschi in eine tollwütige Bestie. Völlig unerwartet reagierte Joschi gar nicht auf Charles. Nahm ihn kurz wahr und ignorierte ihn einfach. Es gibt keinen Charles. Wo es keinen Charles gibt, gibt es auch keine Angst. Seltsam. Nun ja, neuerdings läuft Joschi auf seine alten Tage auch durch den Rasensprenger. Früher undenkbar. Ganz anders verhält es sich mit Kayra. Kayra sah Charles und hasste ihn. Wie eine Furie raste sie um ihn herum, attackierte ihn von allen Seiten und versuchte ihn zu töten. Hatte was von einem Kampf gegen den Endgegner. Sie versucht ihn ernsthaft zu beißen. Ich tippe mal auf eine Mischung aus Spiel und Dominanz, was Kayra umtreibt. Bleibt Charles stehen, erstarrt auch Kayra und fixiert ihn wie eine Maus, die gerade aus dem Mauseloch hervorschaut. Kaum setzt er sich in Bewegung, geht’s los. Am liebsten mag sie es, ins Haus zurückzutrotten, sich umzudrehen und zu beobachten, was Charles dann macht. Könnte ja sein, dass er sie urplötzlich anfängt zu jagen. Kaum bewegt er sich, rast sie wie ein Torpedo auf ihn zu und maßregelt ihn. Charles indes mäht unbeeindruckt seine Bahnen weiter. Mal sehen, wann Kayra aufgibt.

 

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Joschi nervt

Viele von euch kennen Joschi aus meinen zahlreichen Geschichten hier und auch in meinem zweiten Blog Linker Mops (hier unter der Kategorie Hunde). Joschi, mein mittelgroßer, schwarzer, wuscheliger Tibet Terrier. Mittlerweile ranken sich Legenden um seinen skurrilen Charakter. Joschis Triebfedern sind Eifersucht und Ehrgeiz. Eine außerordentliche Intelligenz. Zudem ist er extrem goldig. Gute Mischung, oder? Man verzeiht ihm nämlich alles, weil, wenn er Mist baut, ist er intelligent genug, so goldig zu sein, dass man ihm nicht böse sein kann 😉 Einstein.

Wenn man es nicht mit eigenen Augen sehen könnte, würde man nicht glauben, dass er sich aus purer Eifersucht auf mein Pferd Lola die Pfoten auskratzen und longieren lässt und Lola alles wegfrisst, was nicht niet- und nagelfest ist. Seit Weihnachten 2012 gibt es Kayra. Unsere türkische Findlingshündin, die uns letztes Jahr in Belek zulief und nun bei uns wohnt. Kayra ist 11 Monate alt und ein liebes Tier. Joschi war zunächst mächtig von ihr begeistert, bis wir merkten, dass das Interesse nur ihrer M.uschi galt, daraufhin bekam er einen Hormonchip verpasst und das Interesse erlosch schlagartig. Er arrangiert sich aber recht gut mit ihr, und sie werden langsam ein gutes Team.

Gestern wurde Kayra kastriert und nun leidet sie mit großen Dramatik. Will auf den Arm, was schwierig ist mit 15 Kilo und ist elend ohne Ende, der arme Schatz. Joschi hingegen stirbt vor Eifersucht, weil Kayra nun mehr betüdelt wird und außerdem einen aufblasbaren Kragen trägt. Habe ihn Joschi gestern probeweise auch angezogen, worauf er ihn nicht mehr ausziehen wollte und knurrte wie blöd. Ich erinnere mich noch daran, als Joschi mal so einen Kragen anziehen sollte und versuchte erst die Arztpraxis und dann uns zu töten. Gestern gings. Joschi. Eifersüchtig beäugt er Kayra mit ihrem Kragen und sägt ein wenig an meinen Nerven, muss ich gestehen.

So macht er zum Beispiel alle paar Sekunden *wuff* und starrt mich dabei an. Über Stunden. Es ist ein *wuff*, das sich anhört, als hätte er das Maul voller Kartoffelbrei. Ein *wuff*, das einem langsam, ganz langsam, das Hirn aufweicht. „HÖR SOFORT MIT DEM WUFF AUF, HAST DU GEHÖRT??!!!“ höre ich mich brüllen.

*wuff* *anstarr*

👿

Gestern hat er abends das für Kayra bestimmte Novalgin, tückisch in Wurst verpackt, erbeutet, hatte danach einen Mords-Energieschub und fiel anschließend in eine  Art Schlafkoma. Heute morgen habe ich auf den letzten Drücker das Antibiotika vor ihm gerettet. Bei der Morgenrunde, die mit 2 Hunden an der Leine, einer davon mit einem Schlauchboot um den Hals, etwas nervig war, ließ er den Voll-Proll raushängen. Wollte eine Katze jagen. Einen Schnauzer fressen. Sprang in den Ententeich in den Morast und jagte Enten. Was zur Folge hatte, dass ich auf dem Rückweg 1 Hund mit Schlauchboot um den Hals und 1 nach Entengülle stinkenden Hund an der Leine hatte. Der dem Nachbarn vor die Tür schiss. Während der Nachbar gerade aus der Haustür kam. Ich hatte keinen Hundekotbeutel dabei, musste dem Nachbar dümmlich grinsend zunuscheln, ich käme gleich wieder, nach Hause eilen, Kackbeutel holen, zurücklatschen und unter abschätzenden Nachbarsblicken Joschis Kackhaufen eintüten. Als ich wieder nach Hause kam, stand Kayra samt Schlauchboot an exakt der gleichen Stelle, an der ich sie zurückgelassen hatte, Joschi lag stinkend auf dem Sofa, mitten in seiner Entengülle. Als ich ihn anbrüllte, er solle sofort runterkommen vom Sofa, starrte er mich an und machte *wuff*.

👿

Joschi nervt. Wenn er nicht so goldig wäre, würde ich ihn im Moment ruhigen Gewissens irgendwo in einem schalldichten Raum einsperren.

 

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Junkie-Hund II

Ne, ich fass es nicht. Das Novalgin wirkt. Joschi hat nen mega Energieschub und rast hier rum wie ein Maniac. Ich krieg noch Locken. eben kommt mein Mann nach Hause, dem ich das schon per sms mitgeteilt habe.

Ich: „Ich könnt Joschi echt vermöbeln.“

Er: „Kannste machen. Tut ihm jetzt nicht weh.“

*lach* 

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Herrscher der Enten

Mit Hunden erlebt man viele Abenteuer, sie sind immer für Überraschungen gut! Unser Tibet Terrier Joschi, Hütehund mit Leib und Seele mit angeborenem Größenwahn, hütet seit ein paar tagen die Enten auf unserem Nachbarschaftsteich. Er geht seit 10 Jahren nahezu täglich am Teich spazieren. Immer schon gab es dort Enten. Nie haben sie ihn interessiert. Aber jetzt. Als Kayra, unser türkischer Neuzuwachs, vor ein paar Tagen erstmals ihre braunen Pfoten ins kühle Nass steckte und mit spitzen Zähnen ein Stöckchen herauszog, musste Joschi natürlich auch seine Pfoten ins Nass stecken und schauen, was Kayra macht. Und da entdeckte er plötzlich die Enten. Die seitdem gehütet werden. Ob es ihnen passt oder nicht. Kayra unterstützt ihn ein wenig, auch wenn ihr dazu Joschis Ausdauer, Starrsinn und Strategie fehlt. Die Enten nehmen das übrigens sehr gelassen, schwimmen träge am Ufer entlang und grinsen Joschi und Kayra, die achtsam am Ufer stehen, schnabelig an. Das Ganze ist so extrem goldig, dass ich heute meine Kamera mitgenommen habe, um das kleine Abenteuer festzuhalten. Seht selbst:

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Max & Moritz

Ich lebe noch und bin nicht, wie Blogolade schon befürchtet, eingeschneit. Vor lauter Abenteuern komme ich derzeit kaum zum Bloggen. Und übe mich stattdessen im Spagat zwischen Umbau neues Haus, Verkauf altes Haus, Umzugsvorbereitungen, Job, Familie und Privatzoo. Da wird es nicht langweilig 😉

Ich will euch aber rasch ein paar Abenteuer von dem lieben Joschi und der lieben Kayra erzählen. Meistens lieb jedenfalls. Kayra ist nach wie vor im Flegelalter mit ihren mittlerweile 11 Monaten. Und der Joschi, der im Mai 10 wird, hat auch nur Flausen im Kopf. So denkt Joschi, der Hütehund unter den Hütehunden seit neustem, er sei ein Jagdhund. Dabei ist Kayra der Jagdhund. Aber wer Joschi kennt und um seine Intelligenz und von Eifersucht genährten Ehrgeiz weiß, den wundert es nicht, dass er nun natürlich ein VIEL größerer Jagdhund als Kayra sein muss.

Bei der gestrigen, sehr späten, Abend-Gassi-Runde hatte er sein Coming Out. Und jagte, gefolgt von Kayra, eine Katze. Wobei sich Joschi mal wieder als der Einstein im Doppel Kayra-Joschi erwies. Sie jagten eine schwarze, wuschelige Katze in einem Affenzahn unter ein Auto. Kayra lief dann kläffend die Straße weiter hinab, nur Joschi blieb beim Auto, stellte sich auf die Hinterbeine, Vorderbeine am Auto abgestützt und hüpfte dergestalt einmal um das Auto herum. Beeindruckend. Kayra kam zurückgerast, schnallte nicht so recht, was los war und kläffte einfach mal weiter. Irgendwann wurde es der Katze zu bunt, und sie schoss unter dem Auto heraus, ab in den Vorgarten gegenüber. Joschi und Kayra hinterher, beide unsägliche Jagdgeräusche von sich gebend. Oh Mann. Ich habe sie dann irgendwie beide eingefangen und angeleint und beide jaulten wie die Irren. Zwischenzeitlich gingen in der nächtlichen Straße hier und da die Lichter an und Rolläden wurden hochgezogen, während ich mich mit den beiden Bestien im Schlepptau schnell vom Acker machte.

Ach ja, und noch was: Der Joschi hütet seit heute Morgen Enten. In unserem kleinen Nachbarschaftsweiher. Er  hütet sie und treibt sie am Ufer entlang. Die Enten nehmen das ganz gelassen und schwimmen relaxed hin und her. Er sieht extrem glücklich aus dabei. Ein Mops, der heute Morgen herantrabte um zu sehen, was da vor sich geht, wurde von Joschi unbarmherzig niedergemäht. Joschis Enten. Mache mir heute ein Späßchen daraus, zu rufen:„Joschi, wo sind die ENTEN?“ und zuzusehen, wie Joschi abdüst und überall Enten sucht 😉

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