Monatsarchiv: Dezember 2013

3 Wochen Chile: Fantastisches Torre del Paine

Es geht doch nichts über die richtige Reisebekleidung – egal, ob man sie sich ausgeliehen hat oder sein eigen nennt. Ich jedenfalls sah der Weiterreise nun deutlich entspannter und heiterer entgegen. Auch das immer noch eher trübe Wetter machte mir nichts aus, denn ich bekam eine Ahnung davon, wie das Wetter in Chile ist. Im Sommer. Es regnet viel. Das ist einfach so und man gewöhnt sich dran. Vor allem, wenn einem der liebste Reiseleiter der Welt seine eigene Regen-Überhose ausleiht. Außerdem ist es überwiegend frisch bis kühl und ziemlich kalt. Auch daran gewöhnt man sich. Vor allem dann, wenn man, dank der lieben Mitreisenden Nele, einen kompletten Satz warmer Skiunterwäsche griffbereit hat. Und mit nagelneuen, wasserdichten Wanderschuhen an den Füßen fühlt man sich gegen alles, was nass von oben und unten kommt, bestens gewappnet.

Frohgemut ging es am nächsten Morgen in Richtung des weltberühmten Nationalparks Torres del Paine los. Ein bisschen hatten wir alle darüber gelesen, ein paar Fotos und Berichte von diesem wohl schönsten Teil Patagoniens gesehen, und entsprechend groß war die Vorfreude. Die Busfahrt verlief gut gelaunt, vor allem, nachdem ich mir unterwegs ein Pinguin-Stirnband gekauft hatte, dass bei der Gruppe bestens ankam.

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Die lange Busfahrt bot Gelegenheit, sich durch das Busfenster einen Eindruck von der patagonischen Landschaft zu verschaffen. Und die ist wirklich famos. Diese Weite! Und überall schneebedeckte Berge. Die schroffe und wilde Landschaft hat etwas Fremdes und absolut Faszinierendes. Ich lehnte mich im Bussitz zurück, ließ das Neue an mir vorbeiziehen und fing an, in dieses Land einzutauchen. Wir sahen Kondore. Viele Kondore! Wir sahen Guanakos und Gauchos. Wilde Flüsse, tosende Wasserfälle, hohe, schneebedeckte Gipfel und unendlich weite, grüne Wiesen. So viel Landschaft auf einmal, das hatte ich bislang noch nirgends gesehen.

 

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Fritz, unser Reiseleiter, jagte uns nicht per Bus von einem zum nächsten Übernachtungsort, sondern legte viele Stopps ein, ließ uns aussteigen, Fotos machen, schauen, so konnte man sich immer ein Stückchen mehr mit allem vertraut machen. Als wir am Ende eines langen Tages in unserem Hotel im Nationalpark Torres del Paine ankamen, war ich bis zum Anschlag voller neuer Eindrücke. So sollte es mir und uns übrigens die ganze Reise über gehen. So viele neue und wunderbare Eindrücke jeden Tag. Ich glaube, es verging kein Tag, an dem ich nicht dachte oder sagte: „Das ist einfach unglaublich hier. Wie kann etwas nur so schön sein. So etwas habe ich noch nie gesehen!“. So ist Chile, kann ich euch sagen. Jeder Tag hält dem Reisenden Überraschungen bereit, und ehrlich, das Wetter gehört zu Chile, dieser rauen, wunderbaren Schönheit, einfach dazu. Unsere Unterkunft war toll. Das Bild zeige ich euch aber hier noch nicht, denn 2 Tage später sollten wir endlich in den Genuss eines makellosen, tiefblauen Himmels kommen, und unter dem sah das alles viel schöner aus. Ihr müsst euch also noch ein bisschen gedulden. Fürs erste waren wir zufrieden, angekommen zu sein und eine warme Mahlzeit und größere Mengen guten Rotweins genießen zu können. Letzteres erwies sich auch als notwendig, da in einigen Zimmern (z.Bsp. in unserem) die Heizung kaputt war und wir eine sehr kalte, ungemütliche Nacht verbrachten. Ich sag euch, die kalten Nächte in Südchile fördern eindeutig die körperliche Nähe in der Partnerschaft, und ich war ausnahmsweise dankbar für die hohe Körpertemperatur meines Mannes. Leider zog ich mir in dieser Nacht eine ordentliche Erkältung zu, die ziemlich an meinen Kräften zehrte, dank eines chilenischen Erkältungstrunks (Wick Medinait hoch 10) aber nach 2 Tagen wundersam verschwand.

Am nächsten Morgen brachen wir zu unserer ersten, großen Wanderung ins Vale Frances auf. Bei beeindruckend schlechtem Wetter. Warum die Wanderung dennoch einzigartig schön war, erfahrt ihr dann morgen. Ich bin gemein, gell, aber freut euch schon mal auf die tollen Fotos morgen 🙂 UND: Einen superguten Rutsch wünsche ich euch allen!!!!

 

 

 

 

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3 Wochen Chile: Patagonien, nasse Füße und rettender Rotwein

Ein Wecker, der um 3 Uhr morgens klingelt, ist immer ein böser, blöder Wecker, egal wo auf dieser Welt. So kam es, dass um halb vier 16 mäßig gut gelaunte Reisende im Minivan Richtung Flughafen saßen. Zum Glück hatte am Flughafen die Kaffebar schon offen, und kurze Zeit später konnte man schon zaghaft lächelnde Gesichter sehen, die sich bewusst wurden, wo sie waren (Chile) und wo es gleich hingehen würde (Patagonien). Und sich im Flieger bewusst wurden, wie lang Chile ist, denn der Flug von Santiago nach Punto Arenas dauert schon paar Stündchen. Punto Arenas. Raus aus dem Flieger. Moment mal, waren es in Santiago nicht noch 30 Grad gewesen? In Punto Arenas waren es etwa 5. Waagerechter Regen. Aha. Als wir im Reisebus unter grauem Himmel durch eine graue Landschaft in Richtung Pinguinkolonie fuhren, war die Stimmung in der Gruppe nicht berauschend.

Auch als wir 1 Stunde später bei den Pinguinen ankamen, war die Freude zunächst verhalten. Wir stapften durch die Patagonische Landschaft, fotografierten Pinguine, und nur ein paar Wagemutige äußerten erste Freudebekundungen darüber, wie SCHÖN die Landschaft sei. Die Mehrheit grummelte in verschiedenen, deutschen Dialekten vor sich hin.

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Nachdem alle Kameras mit Pinguinfotos versorgt waren und der Regen einem zaghaft blauem Himmel wich, ging es weiter in Richtung Puerto Natales, unserer 1. Übernachtung in Patagonien. Es ging aber nicht einfach so weiter. Schließlich waren wir aktiv unterwegs. Und 1 Stunde später schon wieder raus aus dem Bus, um einen ersten, kleinen Spaziergang von etwa 2 h zu absolvieren. „Nehmts bitte oalle Regensachen mit. Auch RegenHOSEN. Und wasserfeste Wanderschuhe. Und nehmts bitte warme Untersachen mit. Es KANN sein, dass es regnet!“ rief uns Fritz motiviert entgegen. Regenhosen? Wasserdichte Wanderschue? Thermounterwäsche? Wie jetzt? Meine Gedanken wanderten zu meinem Koffer, in dem sich kurze Hosen, Trekkingsandalen und jede Menge T-Shirts tummelten. Wir hatten zwar beide warme Trekkingjacken dabei und gut eingelaufene Wanderschlappis. Aber nix wasserdicht. Nix Regenhose. Nix Thermounterwäsche. Während wir also beobachteten, wie die Gruppe sich professionell in Skiunterwäsche und regenfeste Oberkleidung, Handschuhen und Mützen hüllte, ging mir noch der verwegene Gedanke durch den Kopf: „Maßlos übertrieben. Völlig hysterisch. Hier ist jetzt Sommer und auch, wenn es regnen sollte, dann nur kurz und das mit der Kälte konnte auch nur ein vorübergehendes Phänomen sein.“ Denkste. 15 Minuten später öffnete der Himmel seine Schleusen und ich kam 2 Stunden später triefnass mit vor Wasser quietschenden Schuhen am Bus an. Scheiße. Während ich versuchte, heimlich meine tropfnassen Schuhe am Busventilator zu trocknen und vor mich hinschlotterte, dämmerte mir, dass wir womöglich komplett falsch gepackt haben. Ein tiefes Gefühl von Zweifel und Melancholie überkam mich, da, in dem Bus.

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Meine zaghafte Frage, wann es denn wärmer werden würde, beantwortete Fritz auf seine unverkennbar mitleidlose Art mit: „In Zentralchile wird´s wärmer, dafür regnets mehr. Trocken und warm hast du es dann in der Atacama. In 2 Wochen.“ Das hört sich jetzt vielleicht doof an, aber ich war kurz vor Heulen, auch, weil es mir so saupeinlich war, was ich in meinem Koffer hatte. Ich, die Weltreisende, hab gepackt wie Baby. Pfui, schäm dich. So saß ich also voll des Selbstmitleids im Bus und erst der Anblick von Puerto Natales, dieser faszinierenden Stadt, irgendwo am Ende der Welt, riss mich aus meinen trüben Gedanken.

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Nach einer heißen Dusche in unserem kleinen, windschiefen Holzhotel und einem Gang durchs Städtchen zum typisch chilenischen Restaurant ging es mir wieder besser. Und nach einem gigantisch guten Rinderfilet und einer exzellenten Flasche roten Chilenen war die Welt nicht nur in Ordnung, sondern wunder-, wunderbar. Übrigens ging es allen Mitreisenden so, die sich nun, warm, satt und trunken, allesamt von Griesgramen zu Partyknallern gewandelt hatten. Die Stimmung hätte nicht besser sein können. Und ich lernte meine Sitznachbarin Nele kennen, mit der ich noch viel Spaß haben sollte! Mutig outete ich mich als Pack-Vollhorst und bekam spontan 1 Satz warme Unterwäsche, 1 Regenhose und Trekkingsstöcke geliehen. Am nächsten Morgen fasste ich einen entscheidenden Entschluss: Ich kaufte mir wasserdichte Wanderschuhe. Chile, jetzt kannst du kommen, ich bin gewappnet!

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3 Wochen Chile: Alles Trekking oder was!?

HI ICH BIN WIEDER DA!!!!! Zurück aus Chile bin ich zwar schon 3 Wochen, aber ich bin jetzt erst wieder hier, in Bloghausen. Tatsächlich musste ich eben diverse falsche Passwörter eingeben, bis ich richtig war, so lange war ich also weg. Seit meiner Rückkehr jagte gleich ein Ereignis das andere: Eltern krank, neuer Chef, verwaiste Hunde, verwaistes Pferd, und so vieles mehr, und dann Weihnachten mit all dem verbundenen Trubel. Aber ich glaube, hier wartet die oder der andere schon sehnsüchtig auf meinen Reisebericht. Und daher will ich euch nicht länger auf die Folter spannen!

Chile war schon so viele Jahre in unseren Köpfen – als ein Ort, wo wir unbedingt mal hinmüssen. In meinem Kopf war Chile ein Sehnsuchtsort 1. Klasse, mit schneebedeckten Vulkanen, Anden, wohin das Auge blickt, klare Seen und Flüsse, kreisende Riesen-Kondore, Pinguine, Lamas, Rotwein, rote Wüste und über allem Patagonien, das ferne, wunderbare Patagonien. Und soll ich euch was sagen? Stimmt alles. Mit dem Unterschied, dass dieses Land unsere Erwartungen noch bei Weitem übertraf. Am letzten Tag, als wir einen letzten Blick über die Atacamawüste schweifen ließen, sollten wir resümieren: „Wenn man Chile nicht sieht, bevor man stirbt, hat man etwas versäumt!“

Die letzten Wochen bis zum Abflug verging indes so schnell, dass wir erst auf den allerletzten Drücker Koffer packten und auch die Reiseunterlagen nur flüchtig lasen. Wir orientierten uns an der Vorgabe 1-2 Wanderstiefel, und das musste doch zu machen sein! Es war unsere dritte Reise mit einem auf Aktivreisen spezialisierten Reiseanbieter, von dem wir wussten, dass die Reisen eher sportlich, aber auf unterschiedliche Konditionsverfassungen zugeschnitten waren. 1-2 Wanderstiefel? Kein Problem. Auch die Klimatabelle wurde nur kurz geprüft, und was im Hirn ankam, war die Info: Im November ist in Chile Sommer. Punkt.

Dass wir möglicherweise etwas falsch lagen, wurde uns bewusst, als wir am Flughafen in Santiago de Chile nach einem langen, anstrengenden Flug auf unsere Reisegruppe trafen. 14 sportliche, in Trekkingklamotten gehüllte Menschen blickten uns entgegen. Öhm. Mein Mann und ich schauten uns an, und stellten kurzerhand fest: „Wenn das unsere Gruppe ist, haben wir falsch gepackt!“ Was sich schon bald als Wahrheit herausstellen sollte. Aber dazu später. Zunächst einmal waren wir mit „Hallo, ich bin die soundso“ beschäftigt, und damit, sich einen ersten Eindruck zu verschaffen. Alle nett. Kein Arschloch-auf-den-ersten-Blick dabei. Heimliche Erleichterung. Unser Reiseführer, ein dynamisch umherwuselnder Österreicher in Khaki und Sandalen, den ich hier mal Fritz nenne, war erstmal ein wenig gewöhnungsbedürftig.  Es dauerte aber 1 Tag, bis wir ihn ins Herz geschlossen hatten. Ein Insider, der seit 16 Jahren in Südamerika lebt, über ein enormes Wissen über Land und Leute verfügt, einen herrlich trockenen Humor sein Eigen nennt und für jeden jederzeit, und das meine ich wirklich, DA war. Ich hätte einige aus der Gruppe streckenweise auf dem Parkplatz vergessen. 14 Leute können, auch wenn sie noch so nett sind, nerven. Fritz, we love you!

Kurz darauf waren wir in unserem ersten Hotel in Santiago de Chile, schleppten die Koffer aufs Zimmer, um direkt im Anschluss wie die Schlafwandler durch Santiago zu laufen, immer Fritz hinterher, wie die Schafe, und um 18 Uhr lokaler Zeit lagen wir im Tiefschlaf in unseren Betten. Denn bereits um 3 Uhr früh sollte das wahre Abenteuer beginnen: Der Weiterflug nach Punto Arenas, down in Patagonien.

Hey, wo sind die ganzen Bilder? Keine Angst, es kommen noch viele, viele Bilder. Ok, will ich mal nicht so sein. Hier schon mal eins 🙂

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